Ekrem Dumanlı ist nicht mehr Chefredakteur der größten türkischen Tageszeitung Zaman. Der 51-Jährige trat am Montagabend von seinem Posten zurück.

In seiner Erklärung sagte er, dass er seiner Arbeit wegen des Drucks auf die Medien und seine Person nicht mehr gebührend nachgehen könne. Auch sein gesundheitlicher Zustand schränke ihn zunehmend ein.

Dumanlı war im Dezember 2014 festgenommen worden. Ihm wurde die Gründung einer „Terrorgruppe“ vorgeworfen. Kurze Zeit später wurde er wieder freigelassen. Zaman steht der Hizmet-Bewegung um Fethullah Gülen nahe, gegen die die türkische Regierung und Präsident Erdoğan einen erbitterten Kampf führen. Erdoğan wirft der Bewegung vor, eine „Parallelstruktur“ in der Türkei aufgebaut zu haben mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen. Beweisen konnte er seine Vorwürfe bislang nicht. Stattdessen ließ er tausende Polizisten und Staatsanwälte versetzen und suspendieren.

Dumanlı war seit 2001 Chefredakteur der Zeitung. Sein Nachfolger wird Abülhamit Bilici, teilte die Zeitung mit. Dumanlı wünschte Bilici, der bislang Chef der Nachrichtenagentur Cihan war, über seinen Twitteraccount viel Glück bei der neuen Aufgabe.