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Bildung & Forschung

Der Erfolg der türkischen Kinder in der Schule

Den jüngst veröffentlichten PISA-Bildungsrecherchen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge ist das Leistungsniveau der Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland gestiegen. (Foto: dpa)

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Die Sozialpädagogin Elena Pucci (m) spricht am 08.01.2014 im Schülercafé der Heusteigschule in Stuttgart (Baden-Württemberg) mit Schülern.

Bildungsministerin Prof. Johanna Wanka erklärte, dass in der diesjährigen PISA-Studie das Mathematik-und Leseniveau gemessen wurde und darin auch bei den türkischen Schülern eine deutliche Verbesserung zu erkennen sei.

Die Anzahl der Schüler mit türkischem und anderem Migrationshintergrund, welche das Gymnasium besuchen, steige zunehmend: „Die Ergebnisse der PISA-Studie von 2000 hatten uns schockiert. Bezogen auf die türkischen Schüler und Schüler mit anderem Migrationshintergrund wurden Schritte wie sprachliche Frühförderung, Förderung von Kindern im frühen Alter und Ganztagsschulen gemacht. Die Ergebnisse der diesjährigen PISA-Studie beweisen, dass das Bildungsniveau der türkischen Schüler gestiegen ist.“

Deutschland hat in Mathematik insgesamt mit 514 Punkten, 20 Punkte über dem OECD-Durchschnitt, den zehnten Platz unter den OECD-Mitgliedern eingenommen. Die Schüler mit Migrationshintergrund haben in Mathematik im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen mit 485 Punkten ein dem OECD-Durchschnitt nahes Ergebnis erzielt, der bei 494 Punkten lag.

Bei Mädchen gilt immer noch oft: „In Mathe bin ich Deko“

Den Ergebnissen der Studie zufolge sind 18% der deutschen Schüler in der Lage, nur mathematisch einfache Aufgaben zu lösen, während 17% der Schüler fähig sind, strategisch zu denken und komplizierte Aufgaben zu lösen. Laut den PISA-Ergebnissen sind zudem männliche Schüler in Mathematik viel besser als die weiblichen. Denn der Zeit- und Motivationsaufwand, welchen die weiblichen Schüler für die Lösung von mathematischen Aufgaben benötigen, ist bei den männlichen Schülern viel geringer. Außer Mathematik wurde auch noch das Thema Leseverständnis beleuchtet. Hier schnitten Deutschland mit 508 Punkten sowie Belgien, China, die Niederlande und Schweiz als die Besten ab.

Im Jahr 2000, dem Jahr des viel zitierten „Pisa-Schocks“,  erhielt Deutschland im Leseverstehen lediglich 484 Punkte, in 2009 waren es bereits 496 Punkte, womit das Ergebnis immerhin nah am OECD-Durchschnitt lag. In den naturwissenschaftlichen Fächern konnte Deutschland mit 524 Punkten einen großen Erfolg verbuchen und nahm somit in der gleichen Gruppe Platz wie Australien, Irland, die Niederlande oder Polen. Im Jahr 2006 hatte der Durchschnitt Deutschlands in den wissenschaftlichen Fächern 516 Punkte betragen.

Asiatische Länder mit den besten Ergebnissen

Bei den PISA-Mathematikergebnissen belegte China(Shanghai) mit 613 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Singapur, Südkorea und Japan. In Europa erreichten im gleichen Bereich Liechtenstein mit 535 Punkten und die Schweiz mit 531 Punkten die Spitzenplatzierungen. Während in der Kategorie Lesen und Verstehen China (Shanghai) mit 570 Punkten den ersten Platz einnahm, wurde Hongkong mit 545 Punkten Zweiter und Singapur mit 542 Punkten Dritter. In Europa lag Finnland in der gleichen Kategorie mit 524 Punkten voran.

Im Bereich der Naturwissenschaften erhielt China (Shanghai) 580 Punkte und wurde somit Erster, gefolgt von Hongkong mit 555 Punkten. Singapur erhielt in der gleichen Kategorie 551 Punkte und nahm den dritten Platz ein. Japan wurde mit 547 Punkten Vierter. Allerdings wurde in Europa Finnland auch in dieser Kategorie mit 545 Punkten Erster. Estland nahm mit 541 Punkten den zweiten und Polen mit 526 Punkten den dritten Platz ein.

Bildungsministerin Wanka betonte, dass Deutschland ab dem Jahr 2000 im Bildungssystem Verbesserungen durchgeführt habe und somit im Jahr 2015 ein noch besseres Ergebnis erwartet werde: „Deutschland gehörte zu den Ländern, in denen die soziale Klasse der Familie mit dem Erfolg des Kindes in der Schule sehr eng verbunden war. Ab dem Jahr 2000 wurden Förderungen wie Ganztagsschulen und Nachhilfe eingeführt, womit die Wirkung der sozialen Klasse reduziert wurde. Der Notendurchschnitt von Schülern, die von Familien aus den unteren sozialen Klassen stammen und ebenfalls das Gymnasium besuchen, ist gestiegen.“