PKK: Frankreich antwortet türkischer Staatsanwaltschaft nicht

Die türkische Staatsanwaltschaft hat bislang von Frankreich noch keine Informationen bezüglich der bisherigen Ermittlungsergebnisse im Falle der drei im Januar in Paris ermordeten PKK-Terroristinnen erhalten. Der für Terrorismusfragen zuständige Staatsanwalt in Ankara erwartet von französischer Seite Antworten auf seine schriftlichen Anfragen zu den Morden, besonders bezüglich des Hauptverdächtigen Ömer Güney.

Das Büro des Staatsanwalts hatte die französischen Ermittlungsbehörden bereits vor zwei Monaten um eine Kopie wichtiger Dokumente, wie etwa des Verhörprotokolls des Verdächtigen, des offiziellen Berichts zum Tatort und der Aufnahmen einer Überwachungskamera gebeten.

Die französischen Behörden haben jedoch bisher nicht auf die offiziellen Anfragen aus Ankara reagiert. Unterdessen kam das die Aktivitäten des Tatverdächtigen Güney untersuchende Ermittlungsbüro zu dem Ergebnis, dass Güney im August 2012 in Ankara ein Pass ausgestellt wurde und er im Zeitraum von Oktober bis Dezember insgesamt dreimal in die Türkei gereist war.

Kontakt Hollandes zu PKK-Terroristin belastet Verhältnis zwischen Ankara und Paris

Im Januar 2013 waren in einem kurdischen Informationszentrum in Paris die Leichen dreier kurdischer Frauen, unter ihnen jene einer Mitbegründerin der Terrorgruppe PKK, entdeckt worden. Der Hauptverdächtige Güney war nach Angaben der Polizei die letzte Person, welche die drei getöteten Frauen lebend gesehen hat. Aufzeichnungen der Kameras in dem Gebäude, in welchem die Morde stattgefunden hatten, zeigten, dass der Verdächtige sich zum Zeitpunkt der Morde im Inneren des Gebäudes befunden hätte. Mehr zu den Ermittlungsergebnissen hier.

PKK Beerdigung.JPG

Der französische Geheimdienst geht Medienberichten zu Folge davon aus, dass die drei in Paris erschossenen kurdischen Frauen einem Konflikt innerhalb der PKK zum Opfer gefallen sind. Güney ist seit zwei Jahren PKK-Mitglied. Er leugnet die Tat und gibt an, er sei Opfer einer Verschwörung.

Zuvor hatten Aussagen des französischen Staatspräsidenten François Hollande, er habe mit einer der PKK-Terroristinnen in regelmäßigem Kontakt gestanden, in Ankara für Empörung gesorgt und das türkisch-französische Verhältnis belastet.

Die Äußerungen des französischen Staatspräsidenten hatten auch eine Debatte über die Lobbyarbeit der Terrorgruppe in Europa entfacht.