PKK will Wirtschaftsaufschwung in Südostanatolien verhindern

Die Pläne der Regierung, die Arbeitslosigkeit und Armut im strukturschwachen Südosten zu bekämpfen, finden bei der nach wie vor wenig Anklang. Nachdem sie zuvor dutzende Male infrastrukturelle Maßnahmen wie Straßen- und Flughafenbaustellen lahmlegte, indem sie Maschinen zerstörte und Arbeiter verschleppte, hat sie es nun auf den Fern- und Transportverkehr in der Region abgesehen. Terroristen zündeten in den letzten Tagen 16 LKWs in den Provinzen Ağrı und Tunceli an. Durch die Angriffe entstand ein erheblicher Sachschaden in Millionenhöhe.
Als weiteres Angriffsziel hat sich die PKK den Silvan-Staudamm vorgenommen. Mit dem Bau der Bewässerungsanlage in der Provinz Diyarbakır wurde im Mai begonnen. Sie zählt zu den wichtigsten Investitionen in der Region und ist die letzte Maßnahme des GAP (Güneydoğu Anadolu Projesi – -Projekt). Die PKK leistet seit Bekanntgabe großen Widerstand gegen den Bau, der die Beschäftigung von über 300.000 neuen Arbeitskräften ermöglicht, doch selbst drei vereitelte Bombenanschläge und ein Angriff auf den Arbeiterbus, bei dem niemand zu Schaden kam, reichten nicht aus, um die Baumaßnahmen zu stoppen. Zuletzt wurde bekannt, dass die die in Silvan und Umgebung lebenden Arbeitskräfte mit dem Tod bedroht und so etwa 40 von ihnen in die Flucht getrieben hat.
Der Staudamm Silvan wird mit einer Höhe von 174,5 m und einem Volumen von 7 m³ die zweitgrößte Bewässerungsanlage nach dem Atatürk-Staudamm in Urfa sein. Derzeit befinden sich die riesigen, 11,5 km langen und 7 m breiten Doppeltunnel im Bau, mit denen später eine etwa 2,5 Hektar große Fläche bewässert werden soll. Die Fertigstellung des Baus ist für 2017 vorgesehen.
Übersetzt von Seher Cerit