15.02.2018, Berlin: Die türkische und die deutsche Fahne wehen anlässlich des Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim bei Bundeskanzlerin Merkel vor dem Bundeskanzleramt. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hofft auf ein Ende der Krise mit Deutschland wegen des seit einem Jahr inhaftierten «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel. Vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in Berlin stellte Yildirim erneut eine baldige Gerichtsverhandlung im Fall des deutsch-türkischen Journalisten in Aussicht.

«Wir empfehlen, dass er so bald wie möglich vor den Richter gestellt wird», sagte Yildirim mitreisenden türkischen Medienvertretern auf dem Flug nach Berlin. «Ich denke, dass es bald so eine Entwicklung geben wird. Und dieses Thema ist dann keine Angelegenheit mehr, die unsere Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland blockiert.»

Yildirim betonte erneut, dass eine Freilassung Yücels eine Entscheidung der Justiz und nicht der Regierung sei. «Die Türkei ist ein Rechtsstaat», sagte der Ministerpräsident. «Die Arbeit der Justiz ist eine andere als die der Politik. Es gibt Anschuldigungen gegen ihn. Was das betrifft, wird er vor den Richter treten und daraus wird ein Ergebnis folgen.» Yildirim hatte in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview der ARD-Tagesthemen gesagt: «Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird.»

Deniz Yücel war am vergangenen Mittwoch vor einem Jahr in Istanbul festgenommen worden. Anschließend wurde wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen den deutsch-türkischen Journalisten verhängt. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine Anklageschrift vorgelegt, die Voraussetzung für die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens ist.

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dpa