ARCHIV: Polizisten stehen am 27.09.2016 in Dresden (Sachsen) vor der Fatih Camii Moschee. Vor der Moschee und einem internationalen Kongressgebäude in Dresden sind zwei Sprengstoffanschläge verübt worden. Verletzt wurde niemand. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Mit dem Verlesen der Anklage hat am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Moschee-Attentäter von Dresden begonnen.Dem 31-Jährigen wird unter anderem versuchter Mord in vier Fällen und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen. Er war bereits durch einen Auftritt beim islam– und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis in Erscheinung getreten und soll sich laut Anklage in diesem Umfeld auch radikalisiert haben.

Die Anschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum hatten 2016 wenige Tage vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden auch bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der Mann sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Bislang hat er zu den Vorwürfen geschwiegen. Auf seine Spur hatten die Ermittler DNA-Spuren geführt, die an den Tatorten gefunden worden waren.

Auch Sprengsatz auf Dach des Kongresszentrums gezündet

Laut der zehnseitigen Anklageschrift hatte der Belüftungsmonteur Ende September 2016 vor der Tür der Dresdner Fatih Camii Moschee drei selbstgebaute Rohrbomben in einem Eimer mit brennbaren Stoffen und Flüssigkeiten abgestellt und mittels Zeitschaltuhr gezündet. Das Gotteshaus befindet sich nur wenige Hundert Meter von seiner Wohnung entfernt.

Auch deshalb habe er gewusst, dass sich die vierköpfige Familie des Imam in der Wohnung hinter der Tür befand, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts. Zu schwerwiegenderen Folgen sei es nur deshalb nicht gekommen, weil der Spreng- und Brandsatz nicht vollständig gezündet habe. Anschließend habe der Mann auf dem Dach des Kongresszentrums einen weiteren Sprengsatz gezündet. Auch dort sei es bei Sachschaden geblieben.

Für den Prozess hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Dresden bis Anfang April zunächst zwölf weitere Sitzungstage anberaumt.

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dpa/dtj