24.03.2018, Berlin: Der Journalist Deniz Yücel kommt zu der Veranstaltung "Auf die Freiheit" in den Festsaal Kreuzberg. Erstmals seit seiner Entlassung aus türkischer Haft tritt der Korrespondent der Welt/N24-Gruppe öffentlich auf. Foto: Soeren Stache/dpa

Der Journalist Deniz Yücel hat sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Entlassung aus türkischer Haft für die Unterstützung in Deutschland bedankt. «Es gab viele Menschen, die an meiner Seite standen. Das hat mir viel Kraft gegeben», sagte er am Samstagabend in Berlin-Kreuzberg, wo er zuhause ist. «Mir geht’s gut. Wirklich», versicherte er. Geholfen habe ihm in der einjährigen Haft das Schreiben. «Ich habe mich niemals der Situation ergeben.»

Yücel las Auszüge aus seinem neuen Buch «Wir sind ja nicht zum Spaß hier». Der Abend unter dem Motto «Auf die Freiheit» wurde von der Initiative #FreeDeniz organisiert, in der sich Freunde und Unterstützer für Yücels Haftentlassung eingesetzt hatten. Notizen für dieses Werk hatte er sich im Gefängnis unter anderem im Buch «Der kleine Prinz» des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry gemacht.

Mehr als ein Jahr ohne Anklage in U-Haft

Yücel hatte mehr als ein Jahr lang in der Nähe von Istanbul in Untersuchungshaft gesessen, ohne dass eine Anklage vorlag. Er wurde im Februar aus der Haft entlassen, gleichzeitig wurde jedoch Anklage gegen ihn erhoben. Die Türkeiwirft Yücel «Propaganda für eine Terrororganisation» und «Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit» vor. Ihm drohen zwischen 4 und 18 Jahren Haft.