Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan legt am 07.12.2017 in Athen (Griechenland) einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten ab. Foto: Kayhan Ozer/Presidency Press Service/AP/dpa

Zwei nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei festgenommene griechische Soldaten bleiben zunächst in Untersuchungshaft. Ein Gericht in der westtürkischen Stadt Edirne wies am Montag den Einspruch der Anwälte gegen die Inhaftierung ab, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu der Türkei am Montag berichtete. Die Soldaten hätten keinen Wohnsitz in der Türkei, hieß es zur Begründung. Außerdem müsse noch digitales Material ausgewertet werden.

Ein Gericht hatte am Freitag Untersuchungshaft gegen einen Leutnant und einen Feldwebel wegen des Verdachts der versuchten Militärspionage verhängt. Die beiden waren schon am Donnerstag auf der türkischen Seite der Grenze in Gewahrsam genommen worden. Sie gaben an, sich verlaufen zu haben. In der Region des Evros (türkisch: Meric) hatte es in den vergangenen Tagen stark geschneit.

Bozdag: «Das sind zwei unterschiedliche Dinge»

Der türkische Vize-Ministerpräsident und Regierungssprecher Bekir Bozdag wies am Montag Gerüchte über einen Austausch der Inhaftierten mit nach Griechenland geflohenen türkischen Soldaten zurück. «Das sind zwei unterschiedliche Dinge», sagte er. Ankara fordert die Auslieferung von acht Soldaten, die sich nach dem Putschversuch vom Juli 2016 per Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt hatten.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias appellierte nach Angaben des Staatsfernsehens ERT an die Türkei, sich an internationales Recht zu halten und kein «großes juristisches Thema» aus einem alltäglichen Verfahren zu machen.

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dpa/dtj