Archiv: Unterstützer des türkischen Präsidenten Erdogan demonstrieren am 01.08.2017 in Ankara (Türkei) anlässlich des Prozessauftakts gegen mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputschs im Juli vergangenen Jahres. Paramilitärische Einheiten der Polizei und Mitglieder einer Sondereinheit haben 486 Verdächtige, denen der Prozess gemacht werden soll, zu einem Gericht nahe einem Gefängnis bei Ankara gebracht. Konkret geht es um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci - dem damaligen Hauptquartier der Aufständischen. Die Männer sind unter anderem des Versuchs angeklagt, die Regierung von Präsident Erdogan zu stürzen. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei vor fast zwei Jahren sind am Mittwoch 65 Menschen – darunter ranghohe Soldaten – zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. 77 weitere Menschen wurden in Istanbul freigesprochen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Es handelte sich demnach um mehrere Verfahren.

Die Angeklagten wurden unter anderem für den Versuch, die verfassungsmäßige Ordnung aufzuheben, verurteilt. Ein Teil war beschuldigt worden, in der Putschnacht die zweite Brücke über den Bosporus abgesperrt zu haben.

50.000 Menschen wegen angeblichen Putschversuch inhaftiert

Die türkische Führung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich-bislang ohne belastbare Beweise. Seitdem gehen die Behörden gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger und gegen andere Oppositionelle vor.

Mehr als 50 000 Menschen sind wegen angeblicher Gülen-Verbindungen inhaftiert worden. In Istanbul und Ankara laufen zahlreiche Prozesse gegen angebliche Putschisten.

dpa/dtj