Ahmet Turan Alkan (65) sitzt seit 22 Monaten im Gefängnis von Silivri in Haft. Wie Dutzenden anderen kritischen Journalisten wird auch ihm vorgeworfen, Mitglied einer Terrororganisation zu sein. Kurz vor der Urteilsverkündung am heutigen Donnerstag, 10. Mai 2018, hat der langjährige Journalist und Kolumnist der Tageszeitung Zaman einen offenen Brief veröffentlicht. In dem Brief bekräftigt Alkan seine Unschuld.

Anders als in vielen Ländern der Welt werde man in der Türkei wegen kritischer Meinungsäußerung verhaftet. Er sitze wegen „Gedankenverbrechen“ in Haft: “Die Staatsanwaltshaft fordert in der Anklageschrift für mich erschwerte lebenslängliche Haft und dazu noch weitere 15 Jahre. Als Beweis für diese Haftforderung legt sie lediglich 15 meiner Kolumnen vor. Außer diesen Kolumnen gibt es keinen einzigen belastbaren Beweis. Und diese Kolumnen stellen nach dem gültigen türkischen Recht keine Straftat dar.“

Ich werde das Messer, was mir die Kehle durchschneidet, nicht ablecken

Alkan leitet seinen Brief mit einer Ansprache an „Menschen mit freien und demokratischen Gewissen“ ein und schreibt: „Ich appelliere an gewissenhafte Menschen, die an Freiheit, Grundrechte und Demokratie glauben. Ich bedanke mich bei Ihnen allen persönlich und auch im Namen meiner Familie. Sie stellen sich in unserem gerechten Kampf auf meiner und unserer (gemeint sind alle inhaftierten Journalisten, Anm. der Red.) Seite, obwohl Sie uns nicht kennen.“

Ahmet Turan Alkan macht in dem offenen Brief mehrmals deutlich, dass er sich Erdogans Unrechtsregime nicht unterwerfen werde: „Ich werde das Messer, was mir die Kehle durchschneidet, nicht ablecken. Ich werde meine Peiniger nicht um Vergebung bitten. Ich werde die Beamten der Politik nicht anflehen und sie um meiner Freilassung bitten