DTJ – Demokratie. Teilhabe. Journalismus.
Politik

Erdoğan besucht Pakistan - Schelte gegen Medien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist am Mittwochabend zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Dort trifft er sich mit führenden Vertretern von Zivilgesellschaft und Militär, wie Pakistans Außenministerium mitteilte. Auch eine Ansprache v

MEHR
Von dtj-online17. November 2016
2 Min. Lesezeit
0% gelesen
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist am Mittwochabend zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Dort trifft er sich mit führenden Vertretern von Zivilgesellschaft und Militär, wie Pakistans Außenministerium mitteilte. Auch eine Ansprache vor dem Parlament am Donnerstag und ein Besuch der Stadt Lahore stehen demnach auf dem Programm. Begleitet wird Erdoğan den Angaben zufolge von einigen türkischen Ministern und Regierungsmitgliedern sowie einer großen Wirtschaftsdelegation. Vor dem Besuch forderte Islamabad die türkischen Mitarbeiter eines privaten Schulnetzwerks auf, Pakistan bis zum 20. November zu verlassen, wie der Sprecher des Innenministeriums, Sarfraz Hussain, sagte. Es sei entschieden worden, die Visa von 108 Lehrern und anderen Mitarbeitern sowie deren Angehörigen nicht zu verlängern. Dank für pakistanische Solidarität Die Türkei wirft dem 1995 gegründeten Pak-Turk-Netzwerk Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vor. Die Regierung macht die Gülen-Bewegung für den gescheiterten Putsch im Juli verantwortlich. Gülen selbst weist die Vorwürfe zurück und fordert die Einrichtung einer internationalen Kommission. Im August hatte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu bei einem Pakistan-Besuch Sorgen über die Schulen geäußert. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Mamnoon Hussain äußerte sich Erdoğan am Donnerstag kritisch über einige pakistanische Medien, die die Gülen-Bewegung in Schutz nehmen würden. "Ich habe heute Morgen einiges zu lesen bekommen. Die Bewegung sei unschuldig, hieß es da. Das kann ich nicht akzeptieren. Es hat mich sehr traurig gemacht", so Erdoğan, der der pakistanischen Regierung für ihre Solidarität nach dem Putschversuch in der Türkei dankte. Wenn die Behörden weiter so entschlossen gegen die Gülen-Bewegung vorgingen, werde sie es auch in Pakistan künftig sehr schwer haben, betonte der türkische Präsident.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Newsletter abonnieren

Updates zum Thema „Politik"

Jederzeit kündbar. Öffnungen und Klicks werden nur aggregiert gemessen; kein individuelles Leseprofil. Datenschutz

Kommentare (0)

Kommentiere diesen Artikel

Mit dem Absenden stimmen Sie der Speicherung Ihres Namens und Kommentars gemäß unserer Datenschutzerklärung zu (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO).

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden technisch notwendige Speicherungen sowie – nur mit Ihrer Einwilligung – Statistik und Externe Medien (z. B. YouTube, Vimeo, Spotify oder X). Marketing wird derzeit nicht verwendet. Nicht-notwendige Dienste werden erst nach Ihrer Wahl aktiviert. Widerruf jederzeit über den Footer-Link. Details in der Datenschutzerklärung und den Cookie-Hinweisen.