Post-revolutionäres Ägypten hält an der Türkei fest

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und Ägypten werden von den Massenprotesten in türkischen Städten nicht beeinträchtigt werden, ließ die ägyptische Handelskammer gestern verlautbaren. Ahmed Wakil, der Leiter der ägyptischen Handelskammer, gab in der „Daily News Egypt“ bekannt, dass Ägypten an allen Abkommen und Handels-Protokollen mit der Türkei festhalten werde und sich von den regierungsfeindlichen Massenprotesten unbeeindruckt zeige. Die ägyptische Wirtschaft bereitet sich derweil auf eine engere Kooperation mit der Türkei und Europa vor. Man wolle eine Brücke zur Türkei und zu Europa schlagen.

Obwohl sich die ägyptische Regierung nach dem Sturz Mubaraks, an die Spitze der Arabellion im Nahen Osten gestellt hat und sie diese im Namen der Freiheit auch auf internationalem Parkett verteidigen möchte, hält sie am Schulterschluss mit der Türkei fest. Das hat zum einen mit der Ambivalenz des Konfliktes in der Türkei zu tun, die kaum vergleichbar mit den inneren Konflikten zwischen der arabischen Nationen und ihren Diktatoren ist, zum anderen aber auch mit der wachsenden wirtschaftlichen Macht der Türkei und der Abhängigkeit der ägyptischen Wirtschaft von dieser. Einen Absprung kann sich die ägyptische Wirtschaft nicht mehr leisten, denn das Land befindet sich seit dem Sturz des Diktators Mubarak in einer tiefen Rezession.

Laut türkischer und ägyptischer Außenhandelsdaten lag das Handelsvolumen beider Länder im Jahr 2012 bei 5 Milliarden US- Dollar, nachdem es 2011 noch bei 4,2 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Ägyptens Ausfuhren in die Türkei konzentrieren sich hauptsächlich auf Mist, Kompost, Sand, Polyethylen und verschiedene Textilien. Die Türkei exportiert meist Stahlprodukte, einschließlich Betonstahl und eine große Varietät an Maschinen an den Nil. (dtj)