Die beiden größten Oppositionsparteien, die Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei; CHP) und die Milliyetçi Hareket Partisi (Partei der Nationalen Bewegung; MHP) haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in der Türkei im August geeinigt.

CHP und MHP wollen demnach den früheren Präsidenten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), Ekmeleddin İhsanoğlu, ins Rennen schicken. Dies beschlossen die Vorsitzenden der beiden Parteien, Kemal Kılıçdaroğlu und Devlet Bahçeli, am heutigen Montag nach einem Treffen in Ankara. Kılıçdaroğlu hatte bereits gestern angekündigt, im Gespräch mit Bahçeli einen konkreten Vorschlag machen zu wollen.

Die OIC ist eine Internationale Organisation mit derzeit 56 Mitgliedsstaaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, die Islamische Welt zu repräsentieren.

İhsanoğlu war unter anderem Gastprofessor an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, Mitunterzeichner des 2007 von muslimischen Geistlichen aus aller Welt an christliche religiöse Führer gerichteten Offenen Briefes mit dem Titel „Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch“ und gilt als eine der bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten rund um die Wissenschaftsgeschichte des Osmanischen Reiches.

İhsanoğlu wird voraussichtlich Gegenkandidat zu Premierminister Recep Tayyip Erdoğan sein, der seine Kandidatur noch nicht offiziell verkündet hat.