Nach seinem Auftritt in Köln plant der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan Reisen auch nach Österreich und Frankreich. Bei den Veranstaltungen in Wien und Lyon werde Erdoğan auf Einladung türkischer Verbände sprechen, aber keinen Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen in der Türkei am 10. August machen, sagte eine AKP-Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Wie auch in Köln handelt es sich bei den einladenden Verbänden offensichtlich um die AKP-nahe Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD). Die genauen Daten stünden noch nicht fest. Laut der Facebook-Seite „AK Parti Viyana“ allerdings wird Erdoğan für den 19. Juni in Wien erwartet.

Die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ (Donnerstag) berichtete, Erdoğan wolle am 19. Juni in Wien und am Tag darauf in Lyon auftreten. Nach Angaben der ebenfalls regierungsnahen Zeitung „Habertürk“ plant der Regierungschef außerdem Reisen in die Niederlande und nach Belgien.

Bei den Präsidentschaftswahlen in der Türkei dürfen erstmals die Bürger und auch die im Ausland lebende Türken das Staatsoberhaupt direkt wählen. In Europa leben etwa drei Millionen türkische Wahlberechtigte. Zwar hat Erdoğan seine Kandidatur noch nicht verkündet, es wird aber davon ausgegangen, dass er das Präsidentenamt anstrebt. Erdoğan trat Ende Mai in Köln vor 15 000 Anhängern auf.

Für diesen Samstag hat auch der türkische Oppositionspolitiker Kemal Kılıçdaroğlu einen Wahlkampfauftritt in Essen geplant. (dpa/dtj)