Mysteriöser Zwischenfall am Rande einer Wahlkampfkundgebung: Ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Mann wurde am gestrigen Sonntag in der Schwarzmeerprovinz Samsun festgenommen, wo Premierminister Recep Tayyip Erdoğan im Bezirk Çanıklı der Eröffnungszeremonie für ein neu errichtetes kommunales Servicezentrum und jener des Adnan-Menderes-Demokratieplatzes beiwohnen sollte.

Als er aus dem Bus ausstieg, ging eine unbekannte Person auf ihn zu und gesellte sich zu Parlamentariern der regierenden Adalet ve Kalkınma Partisi (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung; AKP), die zur offiziellen Besuchergruppe gehörten.

Sofort, nachdem ein Bodyguard bemerkt hatte, dass der Mann eine Schusswaffe besaß, entfernte er diesen von der Menge. Der Bewaffnete wurde von der Polizei festgenommen, nachdem man bemerkte, dass er weder Polizeibeamter noch Sicherheitsoffizier war.

Erdoğan selbst hatte von dem Zwischenfall nichts mitbekommen und setzte sein Besuchsprogramm in Tekkeköy fort.

In einer anschließenden Wahlkampfrede kündigte der Premierminister an, auch im Präsidentenamt eine „aktive politische Figur“ zu sein. 

Im weiteren Verlaufe des Sonntages reiste Erdoğan nach Erzurum weiter. Dass die ersten Wahlkampfkundgebungen in Samsun und Erzurum stattfanden, hatte hohen Symbolgehalt. Von Samsun aus hatte einst Mustafa Kemal Atatürk 1919 den türkischen Unabhängigkeitskrieg ausgerufen und in Erzurum fand im gleichen Jahr ein wichtiger Kongress auf dem Weg zur Unabhängigkeit statt.