Nach den beiden größeren Oppositionsparteien hat auch die linksgerichtete und prokurdische Halkların Demokratik Partisi (Demokratische Partei der Völker; HDP) ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in der Türkei bekannt gegeben. Wie erwartet wird der stellvertretende Vorsitzende der Partei, Selahattin Demirtaş, sich am 10. August um die Präsidentschaft bewerben.

Die HDP hatte bereits im Vorfeld angekündigt, ihren eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen. Sollte eine Stichwahl nötig werden, könnte der Partei eine Königmacherfunktion zufallen. Andererseits besteht aus Sicht der Opposition die Gefahr, dass der Antritt eines HDP-Kandidaten ebenso wie die mögliche Kandidatur eines Parteiabweichlers aus der CHP unter dem Strich Premierminister Erdoğan nützen könnte, weil das Lager seiner Gegner zersplittert würde.   

Demirtaş erklärte, es werde im Rennen um die Präsidentschaft einen Kampf zwischen zwei Seiten geben: „Die eine davon steht für Demokratie, Freiheit und Arbeit, die andere für den Staat.“ Demirtaş sieht als das größte Problem im Präsidentschaftsrennen, dass bis dato keine Frauen zur Kandidatur bereit waren, aber seine Kampagne würde vor allem von Frauen und Jugendlichen geführt.

„Der ernste, nicht lächelnde Staat ist am Ende“, betonte Demirtaş. „Wir wollen zeigen, dass der Staat auch lächeln kann. Der Staat ist nichts, wovor wir Angst haben sollten.“