Am Freitag hat die offizielle Spendenaktion für den Präsidentschaftswahlkampf in der Türkei begonnen. Ekmeleddin İhsanoğlu (re.), der gemeinsame Präsidentschaftskandidat der Oppositionsparteien CHP und MHP, wartete dabei mit einer überraschenden Geste auf: Er überwies auf das Konto seiner Kontrahenten Recep Tayyip Erdoğan (AKP, li.) und Selahattin Demirtaş (HDP) je 1000 TL (ca. 350 Euro). Die Geste habe symbolischen Stellenwert, İhsanoğlu wolle die Botschaft überbringen, dass der Wahlkampf zwischen den Kandidaten unter allen Umständen fair und aufrichtig ablaufen möge.

Die Reaktionen von Erdoğan und Demirtaş ließen nicht lange auf sich warten. Demirtaş, Präsidentschaftskandidat der prokurdischen HDP, bedankte sich bei İhsanoğlu via Twitter: „Vielen Dank, das wäre gar nicht nötig gewesen. Doch der andere hat eh‘ genug, eigentlich hätten Sie auch die gesamte Summe an mich überweisen können.“

Ministerpräsident Erdoğan hingegen soll die Spende abgelehnt haben. Diesbezüglich gab Erdoğans Anwalt Ali Özkaya folgende Erklärung ab: „Auf Anweisung des Herrn Ministerpräsidenten ist die Spende dem Budget für den Präsidentschaftswahlkampf nicht beigefügt worden und wurde dankend Herrn İhsanoğlu zurückerstattet.“

Zum ersten Mal in der Geschichte der Türkischen Republik wird am 10. August der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erstmals können sich auch im Ausland lebende Türken an der Wahl beteiligen.