Auf der Suche nach einem Präsidentschaftskandidaten für die Präsidentschaftswahlen in der Türkei wird sich der Vorsitzende der Partei der Nationalen Bewegung (Milliyetçi Hareket Partisi; MHP), Devlet Bahçeli, zuerst das Gespräch mit früheren Präsidenten suchen. Dies teilte sein Stellvertreter Semih Yalçın mit.

Bahçeli wird sich deshalb am heutigen Freitag mit Altpräsident Süleyman Demirel treffen und am 20. Mai mit Ahmet Necdet Sezer, um diese nach ihren Meinungen und Einschätzungen zu fragen.

Ziel sei es, einen Präsidenten ins Amt zu bringen, der nicht unter der Kontrolle irgendeiner Ideologie, irgendeinem Klüngel oder irgendeiner Interessengruppe stehe, sondern die Rechte der gesamten türkischen Nation verteidige.

Bereits vor einigen Tagen hatte Bahçeli vorgeschlagen, die Opposition solle mit einem Einheitskandidaten ins Präsidentschaftsrennen im August gehen. Er wolle diesbezüglich auch mit der Republikanischen Volkspartei (Cumhuriyet Halk Partisi; CHP), der Glückseligkeitspartei (Saadet Partisi; SP) und der Partei der Großen Einheit (Büyük Birlik Partisi; BBP) sprechen. Auch mit unterschiedlichen Glaubensgruppen, inklusive der Aleviten, möchte Bahçeli sprechen. Er wolle „an jede Türe klopfen“.

„Der Kandidat, den wir uns wünschen, ist kein MHP-Kandidat, sondern ein Präsident, der das Land regieren kann. Es ist die erste Volkswahl des Präsidenten. Man sollte darauf nicht aus der Parteiperspektive blicken. Wir brauchen jemanden, der einen gemeinsamen Grund schafft.“