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Die türkischen Behörden haben nach eigenen Angaben einen Anschlag der Terrormiliz IS auf einen Protestmarsch der Opposition vereitelt. Sechs mutmaßliche IS-Anhänger seien festgenommen worden, sagte der Gouverneur der Provinz Kayseri, Süleyman Kamci, der Online-Ausgabe der Zeitung «Hürriyet» am Mittwoch.

Die Verdächtigen hätten einen Anschlag auf den sogenannten Gerechtigkeitsmarsch geplant – einen von der größten Oppositionspartei CHP initiierten Protestmarsch von Ankara nach Istanbul mit Tausenden Teilnehmern. Die Demonstranten marschieren zurzeit durch die Provinz Kocaeli, östlich von Istanbul. Zwei der mutmaßlichen IS-Anhänger seien in Kocaeli festgenommen worden, vier weitere in der zentralanatolischen Provinz Kayseri, sagte Kamci weiter. Die Verdächtigen hätten mit einem gemieteten Minibus in die Menge fahren wollen.

Demonstranten erreichen am Wochen Istanbul

CHP-Sprecher Bülent Tezcan sagte dem Sender CNN Türk, die Regierung solle davon absehen, die Demonstration mit Terror in Verbindung zu bringen, da solche Äußerungen zu Anschlägen ermutigen könnten. Sowohl Ministerpräsident Binali Yildirim als auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatten den Demonstranten vorgeworfen, mit Terrororganisationen zusammenzuarbeiten.

Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu hatte den «Gerechtigkeitsmarsch» am 15. Juni in Ankara gestartet. Die Demonstranten wollen am Wochenende Istanbul erreichen.