Wladimir Putin hat endgültig mit Recep Tayyip Erdoğan und der türkischen Regierung gebrochen.

Die AKP habe dafür gesorgt, dass sich die Türkei islamisiere, sie biete Kämpfern Zuflucht, die über die Türkei ein- und ausreisten. „Wenn Atatürk dies wüsste, würde er sich im Grab umdrehen“, so Putin am Donnerstag in Moskau im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit drei Wochen stark belastet. Hintergrund ist der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe. Die Russen hatten im Nachhinein indirekt zugegeben, den türkischen Luftraum verletzt zu haben. Anschließend hatte Moskau zahlreiche Sanktionen gegen die Türkei beschlossen.

Kontakt zum türkischen Volk soll aufrechterhalten werden

Der russische Präsident verteidigte diese: „Wir waren gezwungen, einige wirtschaftliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte Putin vor fast 1400 internationalen Journalisten. Reisen in die Türkei seien aus Sicherheitsbedenken gestoppt worden.

Der Kontakt zum türkischen Volk solle natürlich fortgesetzt werden, antwortete Putin auf die besorgte Frage einer Journalistin aus der turksprachigen Teilrepublik Tatarstan. Raum für eine Einigung mit der türkischen Führung sehe er aber nicht, betonte der Kremlchef.

Putin ging aber noch weiter: „Vielleicht hat in der türkischen Führung jemand beschlossen, der amerikanischen Führung in den Hintern zu kriechen.“ Der Präsident hatte zuvor kritisiert, dass Ankara nach dem Abschuss nicht Moskau, sondern die Nato und Brüssel angerufen habe. Die Türkei sei Russland in den Rücken gefallen.

Es wird mit Spannung erwartet, wie Erdoğan auf diese Worte reagieren wird.