Der russische Präsident Wladimir Putin hat die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien aufgefordert. „Wir unterstützen die Regierung in Syrien in ihrem Widerstand gegen die terroristische Aggression und leisten auch weiterhin die nötige militärtechnische Hilfe“, sagte Putin am Dienstag in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. „Wir rufen andere Länder auf, sich uns anzuschließen“, sagte der Kremlchef der Agentur Interfax zufolge auf einem Gipfel der Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit (OVKS).

Unterdessen hält der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger,  militärische Maßnahmen mit deutscher Beteiligung in Syrien für eine Möglichkeit. „Ich glaube, das entschiedene Nachdenken über militärische Handlungsoptionen darf nicht ohne Deutschland stattfinden“, sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Er warf den europäischen Staaten „kollektives Wegschauen“ vor. Vor vier Jahren sei man froh gewesen, dass der Kelch einer militärischen Beteiligung an Deutschland vorbeigegangen ist. „Jetzt landet der Konflikt krachend vor unserer Haustür“, sagte er. Der frühere deutsche Botschafter in Washington forderte außerdem eine massive Aufstockung internationaler Hilfe vor Ort für die Flüchtlinge.

In den letzten Wochen kamen Gerüchte über ein verstärktes Engagement russischer Streitkräfte in Syrien auf. Russische Soldaten seien in Syrien gesichtet worden und ein russisches Kriegsschiff, das bei der Durchquerung des Bosporus beobachtet wurde, soll Militärgerät einer Einheit der russischen Armee an Bord gehabt haben. (dtj/dpa)