Am Apparat: Wladimir Putin, Präsident Russlands. Foto: Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin hat erneut eine Anerkennung der russischen Eroberungen in der Ukraine zur Bedingung von Verhandlungen mit Kiew gemacht. Der Westen spiele für ihn eine „destruktive Rolle“.

Nach einem Telefonat Putins mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan teilte der Kreml am Donnerstag mit: „Wladimir Putin hat erneut die Bereitschaft Russlands zum ernsthaften Dialog betont – unter der Bedingung, dass die Obrigkeit in Kiew die bekannten und mehrfach öffentlich gemachten Forderungen erfüllt und unter Berücksichtigung der neuen territorialen Realität.“

Putin hatte im Herbst nach einer Reihe militärischer Rückschläge Moskaus die ukrainischen Regionen Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja offiziell annektiert. Zu den Moskauer Bedingungen für ein Ende des Angriffskrieges gegen die Ukraine gehören zudem Kiews Anerkennung der bereits seit 2014 annektierten Krim als russisch, eine „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine sowie deren blockfreier Status.

Experten: Russland deutlich im Nachteil

Die Ukraine wiederum hat den Abzug russischer Truppen aus ihrem Gebiet als Vorbedingung für Verhandlungen genannt. Putin kritisierte in seinem Telefonat mit Erdoğan einmal mehr den Westen. Dieser spiele eine „destruktive Rolle“, indem er die Ukraine mit Waffen und militärisch wichtigen Informationen versorge, klagte der Kremlchef, der gestern zudem überraschend eine einseitige Waffenruhe erklärte.

Russland und die Türkei: Es ist kompliziert

Experten zufolge hat Russland deutliche Nachteile bei der Feindaufklärung durch Drohnen und Satellitenbilder. Auch Russlands anfänglicher Vorteil an Feuerkraft ist durch die westlichen Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine inzwischen deutlich verringert worden.

dpa/dtj