Fenerbahçe Istanbul hat sich eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinals in der Fußball-Europa-League verschafft. Der türkische Tabellenführer gewann am Dienstag das Zwischenrunden-Hinspiel gegen Lokomotive Moskau hochverdient mit 2:0 (1:0). Beide Tore für die Mannschaft von Trainer Vitor Pereira erzielte der Brasilianer Souza (18./72. Minute).

Lokomotive droht neben dem Aus auch Ärger durch die Europäische Fußball-Union UEFA. Nach dem Abpfiff zeigte sich Moskau-Profi Dmitri Tarassow in einem T-Shirt mit dem Bild von Kremlchef Wladimir Putin und dem Aufdruck: „Der höflichste Präsident“. Nach den UEFA-Statuten sind politische und religiöse Botschaften bei internationalen Spielen verboten.

Der russische Fußballverein hat einen Kommentar zum Putin-T-Shirt seines Spielers abgelehnt. Der Club werde vorerst nicht reagieren, sagte Sprecher Andrej Bodrow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Der Spruch auf dem T-Shirt bezieht sich auf die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im März 2014.

„Tarassow sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd“

Vom russischen Fußballverband (RFS) kam Kritik an der Aktion. „Tarassow sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd. Ein 3:0 im Rückspiel wäre die höchste Erscheinungsform von Patriotismus“, meinte das RFS-Exekutivkomitee-Mitglied Igor Lebedew.

Der 28-jährige Tarassow hatte das Shirt mit den Worten kommentiert: „Das ist mein Präsident. Ich schätze ihn und möchte zeigen, dass ich ihn unterstütze. Auf dem Shirt steht alles, was ich sagen wollte.“

Zudem hatte der Gäste-Coach Igor Cherevchenko dem Trainer von Fenerbahçe den Handschlag verweigert. Pereira drückte sein Unverständnis über die Aktion aus. „Das ist traurig, hier geht es um Fußball und nicht um Politik“, erklärte der Portugiese.