Putin will „sozialschädliche Inhalte” aus russischen Filmen verbannen

Um die Bedeutung des russischen Films zu steigern, plant die Regierung in Moskau die Einführung einer Lotterie, deren Erlöse jährlich umgerechnet bis zu 120 Millionen US-$ an Mitteln zur Förderung des nationalen Filmschaffens einbringen sollen. Weitere 100 Millionen $ sollen durch Steuervergünstigungen für Mäzene lukriert werden.

Gleichzeitig plant Präsident Vladimir Putin auch eine Qualitätsoffensive für den russischen Film. Altgediente Produzenten wie Karen Shakhnazarov und Marlen Khutsiyev wurden, so berichtet der „Hollywood Reporter”, zu Mitgliedern einer Arbeitsgruppe erklärt, deren Aufgabe ist, einen Ethikkatalog für die russische Filmindustrie zu erarbeiten. Die Gruppe wurde unter Federführung der Russischen Vereinigung der Filmemacher gegründet und besteht vorwiegend aus erfahrenen Produzenten.

Vorbild für den Ethikkatalog soll der in der Zeit von 1930 bis 1968 in den USA in Geltung befindliche Hays Code sein, der potenziell sozialschädliche Inhalte wie detaillierte, drastische Gewalt, Obszönität, Vulgarität oder Gotteslästerung aus Filmproduktionen heraushalten sollte. Der Hays Code war eine Sammlung moralischer Grundsätze, zu denen sich Filmemacher freiwillig selbstverpflichten sollten.

Im letzten Jahr wurden in Russland bereits die Kinderschutzbestimmungen verschärft. Infolge der Neuregelung wurden mehr Filmproduktionen als bisher auf ein Publikum über 16 oder über 18 Jahre beschränkt.

Rinat Davletyarov, der Vorsitzende der russischen Produzentengilde, verweist darauf, dass. Hollywood seine „Goldene Ära” erlebt hatte, als der Hays Code in Kraft war. Gegner der Maßnahmen halten die bestehende Gesetzeslage für ausreichend.

Putin gab der Arbeitsgruppe bis 1. Oktober 2013 Zeit, um eine Charter zu erarbeiten.