Die südtürkische Grenzstadt Kilis ist aus Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien erneut mit Raketen beschossen worden. Dabei seien sechs Syrer verletzt worden, unter ihnen fünf Kinder, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Der Einschlag habe sich nahe einer belebten Straße ereignet, Fensterscheiben seien durch die Detonation zu Bruch gegangen und die Opfer des Einschlags durch umherfliegende Granatsplitter verletzt worden. Sie wurden ins staatliche Krankenhaus Kilis gebracht, fünf seien nur leicht verletzt, eine Person jedoch schwer.

Daraufhin hatten die türkischen Streitkräfte die Region, aus der die Raketen abgefeuert worden seien, am Donnerstag mit Sturmhaubitzen unter Feuer genommen. Als die staatliche türkische Nachrichtenagentur bereits über den Vorfall berichtete, schlug eine zweite Rakete in Kilis ein. Bei der Explosion in der Nähe einer Grundschule wurden eine Frau und ihr Kind verletzt.

Die türkische Armee war im vergangenen Monat in Nordsyrien eingerückt, wo sie Rebellen im Kampf gegen den IS unterstützt. Kilis wird aus IS-Gebieten immer wieder mit Raketen angegriffen, zuletzt wurde am 09. September das Stadtzentrum getroffen, verletzt wurde dabei jedoch niemand. Der türkischen Nachrichtenagentur Doğan (DHA) zufolge starben dabei seit Januar 22 Menschen, davon 12 Syrer, die aus dem Bürgerkriegsland geflohen waren. In Kilis haben zahlreiche syrische Flüchtlinge Schutz gesucht, in der Nähe der Stadt betreiben die Behörden ein großes Auffanglager.