In der Türkei haben die täglichen Fastenzeiten im Ramadan eine Debatte ausgelöst. Nach Bekanntwerden der Beschwerde einer religiösen Stiftung über möglicherweise falsch berechnete und zu lange Fastenzeiten hat es in den vergangenen Tagen eine Diskussion gegeben, ob Muslime im derzeitigen Fastenmonat länger auf Nahrung und Wasser verzichten als nötig.

Die religiöse Süleymaniye-Stiftung wirft der türkischen Religionsbehörde Diyanet vor, die täglichen Fastenzeiten falsch berechnet zu haben. Dadurch begönnen die Türken mehr als eine Stunde zu früh mit dem Fasten, heißt es in einem offenen Brief. Der Vorsitzende der Stiftung, Abdülaziz Bayındır, sagte der Zeitung „Vatan“, er selbst halte sich nicht an die offiziellen Fastenzeiten, da sie falsch seien. Die Behörde begehe einen großen Fehler.

Im Ramadan fasten die Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der genaue Beginn des täglichen Fastens ist aber nicht immer eindeutig. In der Türkei ist die Diyanet für die Festlegung der Gebets- und damit auch der Fastenzeiten zuständig. Die Behörde äußerte sich zu den Vorwürfen bisher nicht.

Bayındırs Ansichten gelten als umstritten. Im vergangenen Jahr hatte er die religiöse Legitimität des Tarawih-Gebets in Frage gestellt. Zu der Zeit des Propheten habe es ein solches Gebet nicht gegeben, hatte der Gelehrte damals behauptet. (KNA/dtj)