Im vergangenen Monat wurden im Stammesgebiet Nord-Waziristan in Pakistan über eine halbe Millionen Menschen von Militäroperationen der pakistanischen Streitkräfte vertrieben. In der Folge liefen viele Spendenaktionen an, um den Vertriebenen zu helfen. Doch es gibt nicht nur wohlwollende Organisationen, viele nutzen den religiösen Fastenmonat aus, um das Geld in die eigene Tasche wandern zu lassen.

Die Regierung Pakistans bestätigte, dass einige Wohlfahrtsorganisationen als „Deckmantel von Extremisten und Terroristen“ benutzt werden. Gerade in diesem Land ist die Jagd nach gutgläubigen Spendenwilligen besonders erfolgreich, denn 96 Prozent der Bevölkerung ist muslimisch. Vor allem im Ramadan verdienen kriminelle Gruppen viel, denn in dem Heiligen Monat werden laut der offiziellen Regierungswebsite „Haq Hagdaar Tak“ zwischen 70 und 80 Prozent aller Almosen gegeben, das sind rund 200 Milliarden Rupien, also knapp 2,5 Milliarden Euro.

Natürlich ist es schwer zu beweisen, dass eine Spendenorganisation falsch spielt. Meistens sind es Mutmaßungen ohne Beweise. Zum Beispiel soll die Gruppe Jamaat-du-Dawa Beziehungen zu Terroristen führen, die 2008 während Anschlägen 166 Menschen in Mumbai töteten. Offiziell betreibt Jamaat-du-Dawa Krankenhäuser und Schulen, für die sie das ganze Jahr über hunderttausende Rupien erhalten.

Der Wissenschaftler Abid Suleri aus Islamabad ist sich sicher, dass ein großer Teil der Spenden an die Extremisten gehe. Der Geschäftsführer der Denkfabrik Sustainable Development Policy Institute (SDPI) sagte: „Die Regierung sollte ernsthaft darüber nachdenken, wie sie die Unterstützung solcher Gruppen kontrolliert.“ Bisher gibt es von der Regierung aus eine Informationskampagne, Transparente wurden in der Stadt aufgehängt. Laut Suleri reiche das nicht.

Auch in Deutschland sollte man sich die Organisation genau anschauen, bevor man spenden möchte. Unseriöse Spendenorganisationen erkennt man vor allem an einer sehr gefühlsbetonten, unter Druck setzenden Werbung. Sie geben mehr als ein Drittel der Einnahmen für PR und Verwaltung aus. Wer spenden möchte, sollte sich genauestens informieren.