Ramadanzelt am Kreml wird zur Tradition

Eröffnet wurde das Zelt, das bis zu 700 Menschen Platz bietet, vergangene Woche von der Moskauer Stadtverwaltung, dem russischen Rat der Muftis und Vertretern der Duma und des Unterhauses des Parlaments.

Zinoviy Kogan, Präsident des russisch-jüdischen Gewerkschaftskongresses, betonte bei der Eröffnungsrede die Bedeutung des Austausches und Miteinanders: „Das zeigt, dass es auch in Russland möglich ist, verschiedene Relgionen zusammenzubringen. Zudem bin ich heute zu der Erkenntnis gelangt, dass der Fastenmonat Ramadan eine enorme spirituelle Kraft besitzt. Denn letzten Ramadan hatte ich für den Wiederaufbau der Merkez-Moschee in Moskau gebetet. Die Stadtverwaltung hat diesen Auftrag tatsächlich genehmigt uns ich bin überzeugt, dass die Gebete dazu beigetragen haben.”

Russlands Oberrabbiner Adolf Sayevic, der ebenfalls an der Eröffnungszeremonie teilnahm, bedankte sich für die Einladung: „Ich befinde mich hier, um meinen muslimischen Schwestern und Brüdern zu gratulieren. Das macht mich sehr glücklich. Über Jahre hinweg haben wir unsere Freundschaftsbeziehung mit den russischen Muslimen bewahrt. Im Namen der russisch-jüdischen Gemeinde möchte ich Ihnen meinen Dank aussprechen.”

Ravil Gaynutdin, Vorsitzender des russischen Mufti-Rates, stellte erfreut fest, dass einige Provinzstädte Russlands wie Ural und Privoljye sich an Moskau ein Vorbild genommen und weitere Ramadanzelte aufgestellt haben: „So haben wir die Gelegenheit, all unsere Bürgerinnen und Bürger zum Fastenbrechen zusammenzubringen. Gemeinsam werden wir für die Einheit und die Solidarität in unserem Land beten.“ Anlässlich des Ramadans wünschten sich die russischen , dass das russische Volk „glücklich, friedvoll und in einem stabilem Gleichgewicht“ leben könne: „Und wir hoffen auf einen Aufschwung in unserem Land.“

Ganz in der Nähe vom in einem weiteren Ramadan-Zelt traditionsbewusst gefeiert. Am Samstag fand hier der „Türkische Tag“ statt, zu dem sich russische und türkische Bürger trafen und gemeinsam das Fastenbrechen begangen. Unter den Teilnehmern befanden sich auch der Leiter der Stadtverwaltung Moskaus, Yuri Artyuh, Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche und der Verbandsvertreter der evangelischen Kirche.

Seher Cerit