Reaktionen zu den Ausschreitungen beim Skandalspiel in Düsseldorf

(dpa) – Joachim Löw (Bundestrainer): «Ungeheuerlich, dass eine Minderheit von Fans vor dem Abpfiff den Platz stürmt. Wo es um so viel geht, um den Aufstieg, um die Existenz, um riesengroßen Erfolg. Nun sind DFB und die Fußball-Liga gefragt. Es ist ein unglaublich schwieriges Thema.»

Otto Rehhagel (Trainer Hertha BSC): «Die Begleitumstände dieses Spiels sind natürlich eine Katastrophe. Ich habe so etwas noch nie erlebt und konnte mir gar nicht vorstellen, dass gerade hier in sowas möglich ist.»

Norbert Meier (Trainer Fortuna Düsseldorf): «Wir waren beide phasenweise mehr damit beschäftigt, für Ruhe zu sorgen. Ich war letztendlich dann froh, dass Herr Stark immer die Übersicht behalten hat; dass er nicht irgendwo Hektik ausgestrahlt hat oder Aktionismus, sondern ganz ruhig sich das alles angeguckt hat, beruhigend eingewirkt hat auf beide Mannschaften und auch auf das, was draußen passiert ist.»

Christoph Schickhardt (Anwalt von Hertha BSC): «Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation – man hat von einem Blutbad gesprochen – zu verhindern. Es ging nur darum, Schlimmeres für den deutschen Fußball zu verhindern.»

Dagmar Freitag (Vorsitzende des Sportausschusses): «Die Eskalation in Düsseldorf hatte eine ganz neue Qualität und für mich ist klar, dass man die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen muss. Solche Vorkommnisse bringen den Fußball an einen Scheideweg, und deshalb müssen die Verantwortlichen aufpassen, dass der Fußball nicht in eine Gewaltspirale rutscht, die die Faszination der Sportart in Gefahr bringt.»

Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister von Berlin): «Hertha konnte sich auch nicht mehr konzentrieren nach dieser Unterbrechung. Wenn das kein Grund ist für einen Abbruch, was denn sonst?»

Peter Frymuth (Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf): «Ich weiß gar nicht, ob ich mich nach diesen Bildern am Schluss des Spiels freuen soll.»

Michael Preetz (Manager Hertha BSC): «Ich glaube, die Sicherheit für die Spieler war nicht mehr gewährleistet. Da ist es schwierig für sie, wieder aus der Kabine zu kommen.»

Erich Rettinghaus (Landesvorsitzender der Deutschen Polizei-Gewerkschaft in NRW): «Das Spektakel hatte mit Fußball nicht mehr viel zu tun. Das muss Folgen und Konsequenzen haben. Nur weil zum Glück nicht noch Schlimmeres passiert ist, kann man nicht zum Alltag übergehen. Das gesamte Sicherheits- und Veranstaltungskonzept gehört auf den Prüfstand.»

Klaus Allofs (Geschäftsführer Werder Bremen): «Das sind Bilder, die wir nicht haben wollen. Wir sind gewarnt. Wehret den Anfängen – so etwas darf es nicht geben.»