Rebellen wollen UN-Blauhelme angeblich wieder freilassen

Die in Syrien verschleppten 21 philippinischen Blauhelm-Soldaten sollen angeblich bald freigelassen werden. Die Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade teilte in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Facebook mit: „Sie stehen so lange unter unserem Schutz, bis wir ihren Transport in ein sicheres Gebiet organisieren können.“ Die Vereinten Nationen sollten ihrerseits ein „Sicherheitskomitee“ bilden, um die UN-Soldaten in Empfang zu nehmen, da das Gebiet im Südwesten der Provinz Daraa von den Regierungstruppen bombardiert werde. Von früheren Erklärungen zu dem Zwischenfall distanzierte sich die Führung der Brigade.

Ein Sprecher der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) sagte dem Nachrichtenportal „Zaman al-Wasl“, er erwarte, dass die Blauhelme binnen weniger Stunden freigelassen werden. Peinlich war die Entführung vom Mittwoch für die Rebellen auch, weil am gleichen Tag der Generalstabschef der FSA, Oberst Salim Idriss, die EU-Staaten um die Lieferung moderner Waffen gebeten hatte.

Scharfer Protest vom UN-Sicherheitsrat

Der UN-Sicherheitsrat hat die Entführung auf das Schärfste verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Donnerstag in Berlin: „Neutrales Personal der Vereinten Nationen darf nicht zum Spielball der Interessen im syrischen Bürgerkrieg werden.“

Die Soldaten seien am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa nahe den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel gefangen genommen worden, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York nach einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung des Sicherheitsrats. Die bewaffneten Rebellen, die im Internet ein Beweis-Video veröffentlichten, wollten damit nach Angaben aus den eigenen Reihen einen regionalen Rückzug der syrischen Regierungstruppen erzwingen. Die philippinische Regierung in Manila forderte am Donnerstagmorgen die sofortige Freilassung ihrer Soldaten. 

Gegend „quasi ein Niemandsland“

Die Gegend werde weder von Syrien noch Israel kontrolliert, sondern sei „quasi Niemandsland“, sagte Tschurkin. Die Blauhelme gehören der Undof-Mission an, die seit den 1970er Jahren eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golan-Höhen überwacht. „Sie sind unbewaffnet und haben mit dem derzeitigen Konflikt in Syrien nichts zu tun“, sagte Tschurkin. „Das ist eine schwerwiegende Missachtung der UN. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten.“

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat auf das Schärfste gegen die Geiselnahme protestiert. Die Sicherheit und Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter der Undof-Mission müsse von allen Beteiligten respektiert werden.

Die 21 Soldaten gehören nach Darstellung der Regierung in Manila zu einem rund 300 Mann starken philippinischen Kontingent der Undof-Mission. „Wir hoffen, dass die Männer bald freigelassen werden“, sagte Militärsprecher Arnulfo Burgos. (dpa/dtj)