Mehr als einen Monat nach dem Terroranschlag auf den Istanbuler Nachtclub Reina wurden neun weitere Verdächtige verhaftet. Zehn mutmaßliche Hintermänner wurden Mittwochabend festgenommen, einer von ihnen kurz darauf jedoch wieder freigelassen. Gegen die neun anderen wurde daraufhin Haftbefehl erlassen. Ihnen werde unter anderem Mitgliedschaft in der Terrororganisation IS vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend. Unter den Verhafteten seien Ausländer.

Wie die Nachrichtenagentur Doğan (DHA) berichtet, hätten sie mit dem Attentäter Mascharipow zusammengearbeitet und „das Potential, in der Zukunft ähnliche Anschläge durchzuführen“. Einer der Verhafteten soll mit Mascharipow in der afghanischen Provinz Waziristan eine terroristische Ausbildung erhalten haben. Er soll sich direkt vor dem Anschlag vier mal mit dem Attentäter getroffen haben. Ein weiterer Verdächtiger soll zu den Planern des Anschlags gehört haben.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Angriff auf den Istanbuler Club in der Silvesternacht für sich reklamiert. Bei dem Anschlag starben 39 Menschen, darunter mindestens 26 Ausländer. Der Attentäter wurde am Abend des 16. Januar im Istanbuler Staddteil Esenyurt verhaftet. Er hatte sich mit mehreren Frauen und Kindern sowie fast 200 000 US-Dollar in bar versteckt. Kurz darauf hatte er gestanden und gab an, dass der Befehl zum Attentat aus der syrischen IS-Hochburg Rakka kam. Nach Angaben von Anadolu sitzen inzwischen mehr als 30 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Reina-Angriff in Untersuchungshaft.

Bereits letzte Woche war der türkischen Polizei ein grpßer Schlag gegen den IS gelungen: Unter anderem bei zeitgleichen Razzien in 29 Provinzen wurden über 800 mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen. Darunter waren auch zwei Verdächtige aus Deutschland. (dpa/ dtj)