Die staatliche türkische Mineralölgesellschaft Türkiye Petrolleri Anonim Ortaklığı (TPAO) hat einen Darlehensvertrag über 1 Milliarde US-$ mit der staatlichen Vakıfbank und der privaten İşbank abgeschlossen. Ziel ist es, den bisherigen Anteil des Unternehmens Total an einem aserbaidschanischen Gasprojekt zu erwerben.

Die TPAO hatte einen Kaufvertrag über 1,5 Mrd. US-$ hinsichtlich des 10%-Anteils Totals am Shah Deniz Gasprojekt in Aserbaidschan erworben, was den Gesamtanteil der Beteiligung TPAOs am Projekt auf 19% erhöhen wird, während der französische Energieriese sich aus diesem zurückziehen wird.

Beide Banken werden Kredite in Höhe von jeweils 500 Millionen US-$ über eine Laufzeit von sieben Jahren gewähren. Dies geht aus dem Vertrag hervor, der am Donnerstag von Energieminister Taner Yıldız im Rahmen einer Feier aus Anlass der Unterzeichnung der Öffentlichkeit präsentiert worden ist.

Um die restliche Summe von 450 Mio. US-$ zu tilgen, will TPAO ihre eigene Beteiligung nutzen.

Das Shah Deniz Feld im Kaspischen Meer, eines der weltgrößten Erdgasfelder, nährt die Südkaukasus-Pipeline (Baku-Tiflis-Erzurum) und die transanatolische Gaspipeline (TANAP), die aserbaidschanisches Gas sowohl in die Türkei als auch zu den europäischen Märkten schaffen soll.

Im Rahmen der Zeremonie betonte Yıldız, dass die Türkei der zweitgrößte Anteilsinhaber innerhalb des Projektes ist nach dem britischen Mineralölriesen British Petroleum (BP), und dass das Land nun eine 50-Jahres-Lizenz zur Förderung von Erdgas über eine Fläche von 468 km² verfüge.

So wie die Türkei ihren Anteil an TANAP bereits von 20 auf 30% erhöht habe, sagte der Minister, habe das Land aus diesen Projekten im letzten Jahr bereits einen Gewinn von 265 Millionen US-$ lukriert und plane „eine Verdoppelung im kommenden Jahr“.

„Durch die höhere Beteiligung sind wir jetzt zu einem Land geworden, das seine Kapazitäten um 55 000 Barrel täglich erweitert und 19% der künftigen Erlöse aus dem Verkauf von 120 000 bpd Öls für sich verbuchen kann“, freute sich Yıldız.

Der Minister merkte auch an, dass das aus den 1100 Quellen in der Türkei gewonnene Öl bis dato schon fast die gleiche Menge aufweist wie jenes, das aus Überseeproduktionsstätten gefördert werde. Sobald der Iran und der Irak stabilisiert sein sollten, will die Türkei ihre Ölproduktion im Ausland um weitere 450% steigern.