Archiv- Foto: Uncredited/Presidency Press Service/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Jahrelang herrschte zwischen dem Iran und der Türkei Eiszeit. Besonders wegen ihrer unterschiedlichen Politik im Syrien-Konflikt. Aber nun scheinen sich die beiden Nachbarländer bestens zu verstehen. 

Die einstigen Rivalen Iran und Türkei rücken im Kampf gegen den Terrorismus und in der Ablehnung eines Kurdenstaates zusammen. «Wir und unsere Brüder in der Türkei können der Anker der Stabilität in der Region werden», sagte der iranische Präsident Hassan Ruhani bei einem gemeinsamen Pressetreffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch in Teheran.

Laut Ruhani sind beide Präsidenten gegen den Unabhängigkeitskampf der Kurden im Nordirak sowie – zusammen mit Russland – für die Fortsetzung der syrischen Friedensverhandlungen. «Die Kurden in Nordirak sind unsere Brüder und wir wollen sie nicht unter Druck setzen … aber Teheran und Ankara haben auch strategische Interessen, die sie umsetzen müssen», sagte Ruhani. Daher würden beide Länder Änderungen der irakischen Grenzen niemals zulassen.

Iran will Türkei gegen PKK unterstützen

Ruhani versprach Erdogan, auch die Türkei im Kampf gegen die PKK zu unterstützen. «Der Kampf gegen den Terrorismus wird weitergehen, egal ob nun gegen den islamischen Staat oder gegen die PKK», sagte der iranische Präsident mit Blick auf die Terrororganisation PKK.

Auch Erdogan bezeichnete das Kurdenreferendum in Nordirak als illegal. «Jede Entscheidung, die mit dem Mossad an einem Tisch getroffen wurde, kann nicht legitim sein», sagte er. Er betonte auch die Bedeutung der Syrien-Verhandlungen im kasachischen Astana und die dort vereinbarten Deeskalationszonen. Seinen Worten nach wird der «trilaterale Mechanismus» zwischen Russland, dem Iran und der Türkei im Kampf gegen der Terrorismus zu einer Lösung im Syrien-Konflikt führen.

Mit Blick auf die Wirtschaft bedauerte Erdogan, dass bis jetzt nur ein Drittel des von beiden Seiten geplanten Handelsvolumens von 30 Milliarden Dollar erreicht worden sei. Im Rahmen einer neuen Initiative wollen laut Erdogan beide Länder den Handel demnächst in ihren nationalen Währungen führen.

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dpa/dtj