Ein russischer Matrose verlässt eine Wahlkabine auf der Krim. Foto: Uncredited/AP/dpa

Die Türkei erkennt die Ergebnisse der Parlamentswahl auf der von Russland besetzten Krim nicht an. Die völkerrechtlich noch immer zur Ukraine zählende Halbinsel bleibt ein Problem für Moskau. Der Kreml schäumt.

„Wir akzeptieren solche Äußerungen nicht“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Die Krim sei ein Thema, bei dem die Haltung der beiden Länder „diametral auseinandergehen“. Russland hatte sich 2014 die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel einverleibt.

Die Türkei hatte zuvor die Abhaltung von Wahlen auf der Krim verurteilt. Die Ergebnisse hätten für die Türkei „keine rechtliche Geltung“, hieß es vom türkischen Außenministerium. „Die Türkei hält ihre Unterstützung der territorialen Integrität der Ukraine aufrecht und erkennt die rechtswidrige Annexion der Krim nicht an.“

„Türkei ist unser Partner“, sagt Russland

Zuvor hatte bereits die Ukraine gegen die Öffnung von Wahllokalen auf der Krim protestiert. Die auf drei Tage angesetzten Parlaments- und Regionalwahlen waren am Sonntag zu Ende gegangen. Die Türkei unterhält gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine.

„Wir hoffen, dass die Türkei ihre Position ändern wird“, sagte Peskow. Russland und die Türkei bemühen sich etwa im Syrien-Konflikt gemeinsam um eine Lösung. Die beiden Länder wollten sich auch in der Afghanistan-Frage enger abstimmen. Für die Türkei ist Russland ein wichtiger Lieferant von Gas.

Peskow zufolge wirken sich die Meinungsunterschiede nicht auf die gemeinsamen Beziehungen aus. „Die Türkei ist zweifellos unser Partner.“

dpa/dtj