Die Hexe Befana in Piazza Navona in Rom - dpa

Am 6.Dezember freuten sich die Kinder in Deutschland auf den Nikolaus. Die Schuhe wurden fleißig geputzt und vor die Tür gestellt. Hat man ordentlich geputzt, so durfte man sich mit Süßigkeiten begnügen.

Der Nikolaus, der ursprünglich aus der heutigen Türkei (damals Patara in Lykien) kommt, ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird in zahlreichen Kirchen begangen.

Einer Legende zufolge sah er eines Tages durch ein Fenster eine arme Familie, die nichts zu essen hatte. Er entdeckte ihre Stiefel, die an dem Fenster standen und warf einige Goldmünzen hinein. Dadurch soll dieser Brauch entstanden sei. Da der 6. Dezember der Todestag des Nikolaus war, wurde er zum „Nikolaus-Tag“ bestimmt.

In Griechenland wartet man am 6. Dezember vergeblich auf Santa Klaus. Für die Seefahrernation ist der Nikolaus ausschließlich Schutzpatron der Seeleute. Demnach ist er nur zuständig für die Rettung schiffbrüchiger Matrosen – und nicht für Geschenke. Die Kinder in dem christlich-orthodoxen Land dürfen sich aber dennoch freuen. Sie müssen nur etwas Geduld üben: Ihr Nikolaus oder Weihnachtsmann heißt Santa Basil und kommt erst in der Silvesternacht. Am Neujahrstag finden dann Kinder in Griechenland ihre Geschenke meistens unter dem Bett.

Santa Basil (Basilius von Caesarea) war einer der bedeutendsten Kirchenväter der frühen christlichen Zeit im kleinasiatischen Caesarea (heute Kayseri in der Türkei). Er predigte dafür, dass die Reichen den Armen helfen und gründete Waisenhäuser und Altenheime. Aus diesem Grund wurde er von der griechisch-orthodoxen Kirche zum „Weihnachtsmann“ erklärt, der alle Kinder glücklich machen sollte. Santa Basil ist rot gekleidet, wohlgenährt und hat einen langen weißen Bart – und damit dem „Zwillingsbruder“ Nikolaus sehr ähnlich.

Weiblicher Nikolaus-Ersatz in Italien

Sie steckt die Geschenke nicht wie der Nikolaus in den Stiefel, sondern in den Strumpf. Und sie kommt erst am 6. Januar: In Italien bringt die Hexe Befana Süßigkeiten und Geschenke. In der Nacht zum Dreikönigstag fliegt sie auf ihrem Besen von Haus zu Haus, rutscht durch den Kamin und beschenkt brave Kinder – für die Unartigen hat sie Kohle dabei.

Ihr Name ist vom Fest Epiphanias am 6. Januar abgeleitet. Der Legende nach hat Befana den Stern von Bethlehem verpasst – und damit die Bescherung des neugeborenen Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige. Nun begibt sie sich jedes Jahr erneut auf die Suche nach dem Christkind. Der Brauch kurbelt alljährlich nicht nur den Verkauf von Süßigkeiten, sondern auch den von dicken bunten Socken an.

Auch bei den weihnachtlichen Süßigkeiten gibt es Parallelen zwischen Italien und Deutschland. Der Kuchen Panettone enthält wie der Stollen kandierte Früchte und Rosinen. Beim Panettone scheint allerdings – wie auch bei den teils 25 Zentimeter großen italienischen Schoko-Ostereiern – Volumen zu zählen: Der kuppelförmige etwa 20 Zentimeter hohe Kuchen wird in Pappschachteln verkauft, die ihn noch voluminöser erscheinen lassen. Zu der Spezialität gibt es heiße Getränke oder süßen Wein. (dpa/dtj)