02.03.2020, Saudi-Arabien, Mekka: Ein Pilger posiert während der kleinen Pilgerfahrt, bekannt als Umrah, für ein Foto vor der Kaaba in der Heiligen Moschee. An der heiligsten Stätte des Islam kam es aufgrund der von Saudi-Arabien eingeführten Restriktionen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu weitaus weniger Menschenmassen als üblich. Foto: Amr Nabil/AP/dpa

Saudi-Arabien will Pilgerfahrten für Muslime dieses Jahr trotz Corona-Pandemie mit einer Reihe von Wirtschaftshilfen möglich machen.

Unter anderem würden Gebühren für Beherbergungsbetriebe in den Städten Mekka und Medina ein Jahr lang ausgesetzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA letzte Woche unter Berufung auf einen Beschluss des Königshauses. Private Unternehmen, die in dem Sektor arbeiten, müssen Gebühren für ausländische Beschäftigte zudem ein halbes Jahr lang nicht zahlen.

Die Wallfahrten Hadsch und Umrah bescheren dem Königreich jedes Jahr wichtige Einnahmen. Normalerweise strömen dafür das ganze Jahr Millionen Muslime nach Mekka und in die nahe gelegene Stadt Medina, die gemeinsam als Wiege des Islams gelten. Vergangenes Jahr waren aber nur wenige Tausend zugelassen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dieses Jahr müssen Pilger bei der großen Wallfahrt Hadsch eine Impfung vorweisen.

240 Moscheen in den vergangenen Woche geschlossen

Saudi-Arabien wurde im Vergleich zu anderen Ländern der Region besonders schwer von der Pandemie getroffen. Dort wurden rund 380.000 Corona-Infektionen gemeldet. In den vergangenen vier Wochen wurden landesweit rund 240 Moscheen geschlossen, weil dort Gläubige positiv auf das Virus getestet worden waren.

Die Wallfahrten haben eine wichtige religiöse und symbolische Bedeutung. Der Hadsch gehört zu den fünf Grundpflichten des Islams. Jeder Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern. Der saudische König gewinnt auch einen wichtigen Teil seiner Legitimation aus der Hoheit über die Städte Mekka und Medina.

dpa/dtj