Der türkische und der russische Präsident haben sich am Rande der Klimakonferenz in Paris ein verbales Scharmützel geliefert. Recep Tayyip Erdoğan hat Vorwürfe Moskaus zurückgewiesen, wonach die Türkei Ölgeschäfte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) betreibe.

Die Türkei beziehe Öl und Gas lediglich aus legalen Quellen wie beispielsweise Russland, sagte Erdoğan am Montagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu. Erdoğan forderte Wladimir Putin auf, Beweise für seine Behauptung vorzulegen. Sollte es solche Beweise geben, werde er von seinem Amt zurücktreten. „Wird auch Putin von seinem Amt zurücktreten, falls er keine Beweise vorlegen kann?“, fragte der türkische Präsident. Sein Unverständnis bekam auch ein russischer Journalist, der wissen wollte, warum die Türkei den IS unterstütze, zu spüren. Erdoğan deutete ihm an, zu schweigen, seine Berater drängten den Journalisten ab.

Putin hatte der Türkei vorgeworfen, mit dem Abschuss eines russischen Kampfjets habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen. Der Abschuss sei erfolgt, nachdem Russland IS-Öltanklaster ins Visier genommen habe. Die Sorge um die Turkmenen sei nur vorgeschoben.

Turkmenen: Kampfjet war „nicht zum Urlaub“ da

Anders sehen das die Turkmenen selbst. Abdurrahman Mustafa, der Vorsitzende des syrischen Turkmenen-Rates sagte gegenüber dem englischen „Independent“, dass der abgeschossene russische Kampfjet „nicht zum Urlaub“ in der Region gewesen sei: „Er wollte uns bombardieren. Das Ziel der Russen ist klar, die Turkmenen sollen ihre Gebiete verlassen, damit Assad dort vordringen kann.“ Die Gefahr einer Teilung des Landes stehe damit unmittelbar bevor.

Spekulationen, die Turkmenen würden mit Einheiten der al-Nusra-Front zusammenarbeiten, wies Mustafa entschieden zurück.