Die Verbraucherstimmung in Europa ist weiterhin getrübt. „Insgesamt ist das Konsumklima nach wie vor von der Finanz- und Schuldenkrise beherrscht”, fasste Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK am Montag die Ergebnisse einer aktuellen Studie zusammen. Von Deutschland abgesehen sei die Verbraucherstimmung weitgehend ziemlich schlecht, auch wenn es in den vergangenen Monaten in vielen Ländern eine leichte Entspannung gegeben habe.

„Davon ausgenommen ist allerdings Frankreich, wo sich die Stimmung doch sehr verschlechtert hat”, schilderte Bürkl mit Blick auf das zweite Quartal die Situation. In den südeuropäischen Krisenstaaten hingegen zeichne sich auf sehr niedrigem Niveau ein leichter Aufwärtstrend ab. So habe sich in Spanien die Lage auf dem Arbeitsmarkt wegen der Tourismussaison etwas entspannt, in Griechenland und Portugal zeichneten sich erste positive Auswirkungen der strikten Sparprogramme ab. Auch in den osteuropäischen Ländern gebe es auf niedrigem Niveau leichte Verbesserungen.

Die GfK hat für ihre Studie die Ergebnisse von regelmäßigen repräsentativen Umfragen in zwölf europäischen Ländern zusammengefasst. Demnach glauben die Verbraucher in Deutschland, Italien, Großbritannien und Spanien an einen wirtschaftlichen Aufschwung zum Jahresende. Auch in Portugal und Griechenland kehrt ganz langsam die Hoffnung zurück, doch ist die Konjunkturerwartung in diesen beiden Ländern so schlecht wie sonst nur noch in Frankreich. Am positivsten beurteilen die Deutschen, Österreicher und Bulgaren die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

Deutsche rechnen mit gleichbleibendem Betrag im Portemonnaie

In den meisten Ländern stabilisierte sich auch die auf niedrigem Niveau liegende Einkommenserwartung, die nur in Frankreich kontinuierlich abfällt. Portugiesen und Griechen erwarten ebenfalls Gehaltseinbußen. Deutsche, Tschechen und Österreicher rechnen hingegen mit einem mindestens gleichbleibenden Betrag im Portemonnaie. In den meisten Ländern müssen die Menschen ihr Geld weiter gut zusammenhalten; drastisch sparen müssen vor allem die Italiener, Portugiesen sowie Franzosen. Die Deutschen und Österreicher hingegen zeigen sich ausgabefreudig.

Zur Abwendung eines Bankrotts hatte Portugal 2011 von der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds ein Hilfspaket über 78 Milliarden Euro erhalten. Dafür verpflichtete sich Lissabon zu einem strengen Sanierungskurs. Die Arbeitslosenquote stieg inzwischen auf das Rekordniveau von mehr als 18 Prozent. Portugal steuert zudem bereits auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu. (dpa/dtj)