Mit dem Ende des Schuljahres kommen die Zeugnisse. Eltern sollten wissen, wie man richtig auf die Noten ihrer Sprösslinge reagiert. Denn sie sind Verbündete ihres Kindes, nicht der Gegner.

Die Sommerferien sind da oder stehen vor der Tür und damit kommt auch immer ein kleines Übel für viele Schulkinder: Das Zeugnis. Für Eltern sind die Noten ihres Kindes sehr wichtig, oft wichtiger als für das Kind selbst. Dabei sind die Noten meistens ein Ergebnis der Wechselbeziehung zwischen dem Schüler, dem Lehrer und den Eltern – und damit auch ein Zeugnis für die Eltern. Als Elternteil sollte man sich seiner Mitverantwortung bewusst sein und richtig auf die Noten reagieren – egal, ob sie gut oder schlecht sind.

Gute Noten verdienen vor allem viel Lob. Zeigen Sie, dass sie stolz auf die Ergebnisse ihres Kindes sind. Erklären Sie ihm aber auch, dass eine solche Hochleistung etwas besonderes und nicht immer zu erbringen ist. Kein Kind schreibt immer nur Bestnoten und das ist OK. Achten Sie auch darauf, wie seine soziale Entwicklung verläuft: Hat Ihr Kind viele Freunde, wie geht es mit anderen Menschen um? Denn auch diese Eigenschaften müssen gelernt werden und sind für das Leben nach der Schule oft wichtiger als Bestnoten.

Kinder mit Sorgen können sich nicht konzentrieren

Wenn das Zeugnis alles andere als rosig aussieht, dürfen Sie natürlich schimpfen. Aber denken Sie daran: Oft haben schlechte Leistungen mit außerschulischen Faktoren zu tun. Kinder mit Problemen können sich schwer konzentrieren. Wenn ihnen die richtige Motivation für die Schule fehlt, sehen sie auch keinen Sinn in guten Noten. Gerade in der Pubertät haben andere Dinge oft Priorität. Nehmen Sie sich Zeit und reden Sie mit Ihrem Kind. Versuchen Sie herauszufinden, was schief läuft, ohne es unter Druck zu setzen.

Schlechte Noten sind eine Enttäuschung – aber nicht nur für Sie, sondern auch für Ihr Kind! Fühlen Sie mit dem Kind mit und beraten Sie gemeinsam darüber, wie die nächsten Noten besser werden können. Wenn nötig holen Sie sich Expertenmeinungen ein. Nachhilfe ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, jedoch führt manchmal kein Weg daran vorbei. Sie dürfen auch ruhig aus Ihrer eigenen Schulzeit erzählen: Welche Klassenarbeit haben sie damals richtig verhauen? Das zeigt dem Kind, dass Schwächen nichts außergewöhnliches sind und man im Nachhinein sogar darüber schmunzeln kann. Nicht vergessen: Sie sind Verbündeter Ihres Kindes, nicht der Gegner.

Noten sind von mehr als nur dem Arbeitseifer abhängig

Sie beobachten, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter einfach faul ist? Atmen Sie tief durch und bleiben Sie gelassen. Im Leben gibt es immer wieder Phasen, in denen anderes wichtiger ist als Lernen. Geben Sie ihrem Kind Zeit, sich wieder einzufangen und die  Motivation wieder aufzubauen. In der Zwischenzeit nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie mit ihrem Kind nicht nur über Schulthemen, sondern über Dinge, die ihrem Sprössling sonst noch am Herzen liegen.

Sie sollten immer berücksichtigen, dass Noten von vielen Faktoren abhängig sind. Dabei spielt der Arbeitseinsatz des Schülers zwar eine wichtige Rolle, doch die Notenvergabe ist oft subjektiver als man es erwartet. Lehrer haben unterschiedliche Bewertungskriterien und Benotungssysteme. Wenn eine Klausur mehreren Lehrern vorgelegt wird, kommen häufig die unterschiedliche Noten heraus.