ARCHIV: Martin Schulz, Kanzlerkandidat und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), äußert sich am 01.06.2017 bei einer Pressekonferenz in Berlin zu Schwerpunkten der sozialdemokratischen Innenpolitik. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich dafür ausgesprochen, eine Großkundgebung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland zu verhindern. «Ausländische Politiker, die unsere Werte zu Hause mit Füßen treten, dürfen in Deutschland keine Bühne für Hetzreden haben. Ich will nicht, dass Herr Erdogan, der in der Türkei Oppositionelle und Journalisten ins Gefängnis steckt, in Deutschland Großveranstaltungen abhält», sagte Schulz der «Bild»-Zeitung (Donnerstag).

Erdogan will auftreten

Bekannt ist, dass Erdogan einen Auftritt vor Anhängern in Deutschland am Rande des G20-Gipfels erwägt, der am 7. und 8. Juli in Hamburg stattfindet. Nach Informationen der Zeitung sucht er über Agenturen eine Halle oder ein Stadion.

Schulz für klare Kante

Mit Blick auf frühere Absagen deutscher Kommunen für Veranstaltungen von Politikern der Erdogan-Partei AKP sagte Schulz weiter: «Es geht nicht um Brandschutz in den Hallen oder die Zahl der verfügbaren Parkplätze.» Es gehe darum, dass Erdogan nicht die innenpolitischen Konflikte der Türkei nach Deutschland trage. «Die Bundesregierung darf die Städte nicht im Stich lassen. Ich finde, es braucht jetzt klare Kante.»

dpa