Putin zeigt mit ausgestrecktem Arm entschlossen nach vorne, er blickt konzentriert.
Wladimir Putin will die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Türkei angesichts der Sanktionen des Westens ausbauen und den Handel verdreifachen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei in scharfen Worten verurteilt. Im Kampf gegen den Terror sei das ein „Messerstoß in den Rücken“ gewesen, „begangen von Partnern von Terroristen“, sagte Putin am Dienstag live im russischen Fernsehen bei einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. Weitere Äußerungen legen nahe, dass er mit Terroristen den IS meinte.

Der russische Jet sei von türkischen F16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden und etwa vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt auf syrischem Gebiet abgestürzt. Das russische Flugzeug habe keine Gefahr für die Türkei dargestellt und sei im Einsatz gegen den IS gewesen.

„Das tragische Ereignis wird ernsthafte Auswirkungen auf die russisch-türkischen Beziehungen haben“, sagte Putin. „Wir werden niemals dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden.“ Weiterhin kritisierte er, dass sich die Türkei nach dem Abschuss nicht an Russland gewandt, sondern eine Sondersitzung der Nato einberufen habe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte einen für Mittwoch geplanten Besuch in der Türkei ab.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu verteidigte den Abschuss des russischen Kampfflugzeuges. Die Türkei habe wiederholt vor der Verletzung ihrer Grenzen in der Luft und am Boden gewarnt, sagte Davutoğlu am Dienstag in Ankara. Diese Grenzen zu schützen sei „sowohl unser internationales Recht als auch unsere nationale Pflicht“. Die Türkei sei dafür „zu jeder Art von Aufopferung und Maßnahme bereit“. In diesem Kontext müsse man auch die Reaktion der Streitkräfte auf die Luftraumverletzung durch Russland am Dienstag sehen. Moskau dementiert, dass der russische Jet in türkischen Luftraum eindrang.

Putin: Türkei unterstützt den IS

Putin sagte außerdem, man habe eindeutige Belege, dass die Türkei den IS logistisch und auch finanziell unterstütze. „Wir haben festgestellt, dass viele Ölprodukte aus den besetzten Gebieten in die Türkei exportiert werden. Mit Sicherheit finanzieren diese militärischen Gruppen sich dadurch.“ Vergangene Woche hatte er nach dem G20-Gipfel gesagt, dass einige G20-Staaten den IS unterstützten. Ankara weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Putin weiter: „Wenn der IS diese Menge an Geld hat, und es dürften durch den Ölverkauf Milliarden von Dollar sein, und er zusätzlich den Schutz der Streitkräfte eines großen Staates hat, ist es klar, warum er so stark ist, warum er auf so bestialische Art und Weise Menschen töten kann und warum er in der Lage ist in so vielen Ländern, inklusive dem Herzen Europas, Terroranschläge zu verüben.“

Derweil haben syrische Rebellen Aktivisten zufolge im Nordwesten des Landes einen russischen Hubschrauber getroffen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte am Dienstag, der Hubschrauber sei in einem vom Regime kontrollierten Gebiet notgelandet, nachdem er unter Feuer geraten sei.

Regimegegner berichteten, er sei nahe der Grenze zur Türkei von einer Panzerabwehrwaffe getroffen worden. Zu Opfern gab es zunächst keine Angaben. Den Informationen zufolge wurde der Hubschrauber in der Region getroffen, in dem die türkische Luftwaffe am Morgen eigenen Angaben zufolge einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte.