Während seines Staatsbesuchs am Dienstag in der ölreichen Golfmonarchie Kuwait hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan um wichtige Investitionen in die türkische Wirtschaft geworben. Dies berichtet das Nachrichtenportal eurasianews.de. Dabei soll er gesagt haben: „Noch kein ausländischer Investor war enttäuscht oder bereut es, in der Türkei investiert zu haben.“

Mit dem Ausbruch des syrischen und irakischen Bürgerkrieges waren türkischen Unternehmern wichtige Exportmärkte weggefallen. Nun geht es darum, vor allem die heimische Wirtschaft zu stärken.

Handelsvolumen mit Kuwait soll 2016 auf eine Milliarde US-Dollar steigen

Während seines zweitägigen Besuchs am Persischen Golf wurde Erdoğan von der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bezüglich kuwaitischer Investitionen wie folgt zitiert: „Geschäftsinvestitionen aus Kuwait in der Türkei liegen bei knapp zwei Milliarden US-Dollar. Das liegt weit unter unseren Vorstellungen.“

Nun verkündete der türkische Präsident während eines Frühstücksmeetings mit führenden kuwaitischen Geschäftsleuten, beide Staaten hätten entschieden, das bilaterale Handelsvolumen von derzeit 569 Millionen US-Dollar auf eine Milliarde US-Dollar 2016 ankurbeln zu wollen.

Nach einem Treffen mit Staatsoberhaupt Emir Sabah al-Ahmad al-Jaber al-Sabah beschrieb Erdoğan die Beziehungen zwischen der Türkei und Kuwait wie folgt: „Kuwait ist das Fenster der Türkei zum Persischen Golf und die Türkei ist Kuwaits Fenster nach Zentralasien und Europa.“

Erdoğan sieht Kuwait als lukrativen Markt für Rüstungsexporte

Am Rande wurden zudem, so „Eurasia News“ weiter, die Konfliktherde in Jemen, Syrien, Irak, Libyen und Palästina angesprochen. Dabei hob Erdoğan insbesondere Stabilität als wichtige Konstante für den Jemen und die Region um diesen herum hervor. Schließlich habe der türkische Präsident dem eigenen Außenministerium zufolge zu einer politischen Intervention im ärmsten arabischen Land aufgerufen.

Vor seiner Abreise nach Kuwait räumte Erdoğan in einer Pressekonferenz in Ankara ein, dass die Türkei in Kuwait auch einen lukrativen Absatzmarkt für die heimische Rüstungsindustrie sehe, die in den letzten Jahren massiv subventioniert sowie ausgebaut wurde. Er sagte: „Wir werden Kuwait einige Angebote unterbreiten, die sicher von Vorteil für beide Länder sein werden. Das werden vor allem Angebote aus dem Verteidigungssektor sein.“