Ein Besuch im Schloss Bellevue auf Einladung des Bundespräsidenten – eine größere Auszeichnung gibt es für einen Schüler in Deutschland selten.

Schülern des Wilhelmstadt-Gymnasiums aus Berlin-Spandau wurde kürzlich diese Ehre zuteil, als sie am Amtssitz von Joachim Gauck an einem Symposium teilnahmen.

Das Bundespräsidialamt hatte zum Symposium Schüler eingeladen, die mit ihren Projekten das Demokratiebewusstsein stärken. Die Wilhelmstadt-Schule verdankte ihre Einladung dem Schüler-Kongress, den sie seit drei Jahren veranstalten. Das Projekt wurde zusammen mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ins Leben gerufen und wird in den Räumlichkeiten des Berliner Abgeordnetenhauses ausgerichtet.

Am Symposium zum Thema „Vergangenheit erinnern – Demokratie fördern“ nahmen auch die beiden Schulleiter der Spandauer Schule, Orhan Ayhan und Sabrina Leberecht, teil. Insgesamt waren 150 Schüler aus neun Schulen anwesend.

Das Thema des letzten Schüler-Kongresses, der im Juni stattfand, betraf die Probleme, die im Zuge der deutschen Wiedervereinigung auftraten. Die Schüler diskutierten über Themen und erarbeiteten Vorschläge. Schirmherr der Veranstaltung war Markus Meckel, früherer Außenminister der DDR. „Unser Projekt ist in so kurzer Zeit schon zu einem Selbstläufer geworden“, freut sich Schulleiter Ayhan.

Das Wilhelmstadt-Gymnasium in Berlin-Spandau ist eine Privatschule, die vor 10 Jahren gegründet wurde. Der Träger der Schule ist der Bildungsverein TÜDESB e.V. TÜDESB selbst ist in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre von Berliner Türken gegründet worden und ist bundesweit eines der größten privaten Bildungsträger. Der Verein betreibt neben dem Gymnasium mehrere Kindergärten, Nachhilfe-Einrichtungen, Grund- und weiterführende Schulen.