Die Selbstmordattentäter von Ankara sind identifiziert. Nach Informationen der Ermittler steckt hinter dem Anschlag vom Samstag letzter Woche mit mindestens 97 Toten der IS-Terrorrist Yunus Emre Alagöz. Bei dem Attentäter handelt es sich um den Bruder des Selbstmordattentäters von Suruç, Şeyh Abdurrahman Alagöz. Bei dem zweiten Attentäter soll es sich um Ömer Deniz Dündar handeln. Sie sollen sich seit längerer Zeit in Syrien aufgehalten haben und in den vergangenen Tagen wieder in die Türkei zurückgekehrt sein.

Die Identität des zweiten Attentäters wurde durch Auswertung von Verkehrkameras festgestellt. Beide sollen mit zwei Autos von Gaziantep nach Ankara gebracht worden sein. Vorher soll ein Komplize, der nicht namentlich genannt wurde, vor Ort Erkundungen vorgenommen haben. Y.Ş. sei heute morgen in Gaziantep zusammen mit den Besitzern der zwei Autos festgenommen und nach Ankara gebracht worden. Diese sollen auch Verbindungen zur Terrororganisation PKK haben.

Nach dem Anschlag waren über einen Twitter-Account, der zur türkischsprachigen Nachrichtenseite des IS gehört, die Attentäter für ihre Tat gelobt worden. Es hieß: „Bei dem Anschlag in Ankara gibt es unter den ungläubigen Kommunisten fast 40 Tote und über 100 Verletzte. Wir beglückwünschen die Verantwortlichen.“ In einem zweiten Tweet hieß es: „Wir danken Gott dafür, dass es eine Explosion bei der Demonstration der Ungläubigen gegeben hat und es viele Tote und Verletzte gibt. Oh Gott, vermehre die Zahl der Toten.“

21 potentielle Selbstmordattentäter werden gesucht

Am Dienstag besuchte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan gemeinsam mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö den Platz, auf dem sich der Anschlag ereignete und legte eine Nelke in Gedenken an die Toten nieder. Er gestand zudem erstmals ein, dass es womöglich Sicherheitsdefizite im Vorfeld gegeben habe.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Ermittler die Identität von 21 potentiellen Selbstmordattentätern festgestellt haben und sie suchen. Bei diesen soll es sich um Personen handeln, die mehrheitlich aus der Stadt Adıyaman stammen. Sechs von ihnen sollen Frauen sein.

Premierminister Ahmet Davutoğlu hatte zuletzt für Verwirrung gesorgt, als er erklärte, dass die Behörden eine Liste potentieller Attentäter hätten, aber nichts gegen sie unternehmen könnten.