In Hatay im Süden der Türkei entdeckten Archäologen ein antikes Amphitheater.

In der historischen Stadt Issos im Süden der Türkei wurden am Freitag im Zuge von Ausgrabungen die Trümmer eines antiken römischen Amphitheaters gefunden, berichtet die Nachrichtenagentur Cihan.

„Die Ausgrabungen werden seit 2009 von einem Team aus 30 Archäologen durchgeführt und neben diesen neuen Entdeckungen werden wir nunmehr auch Informationen bezüglich dieses historischen Gebiets gewinnen können. Dieses Theater und andere historische Ruinen sind sehr wichtig und werden uns viel über die Kultur der Menschen verraten, die hier lebten”, sagte Ömer Çelik, ein Archäologe des Archäologiemuseums in Hatay und Leiter der Ausgrabungen.

„Während wir das Gebiet erkundeten, entdeckten wir zuerst die Trümmer eines antiken Bades. Dann fanden wir Mosaike in den Badfliesen, was uns zur Überzeugung gelangen ließ, dass es noch andere Mosaiken oder andere Arten von Gesteinen geben könnte, die uns Hinweise über die Zeit geben könnten, in der dies alles gebaut oder benutzt wurde. Und kürzlich entdeckten wir in einem felsigen Gebiet tatsächlich die Ruinen eines Amphitheaters. Nun wir arbeiten daran, das Theater komplett auszugraben”, ergänzte Çelik.

İskender Yönden, der Distriktsgouveneur von Erzin in Hatay, kommentierte, dass in der Provinz bald eine Museumsstadt entstehen werde, die auch die Anzahl der Touristen erhöhen solle, sobald die Ausgrabungen der Archäologen im antiken Issos beendet sein werden. Issos’ Geschichte reicht bis in das Jahr 2500 v. Chr. zurück.

„Die Ausgrabungen sind sehr wichtig für Hatay. Bevor die Ausgrabungen in der Stadt begannen, wussten wir, dass es Ruinen von Issos gab, aber nun sind wir in der Lage, das römische Amphitheater zu sehen, das sehr spektakulär und wichtig ist”, sagte Yönden. Bekannt wurde der Ort vor allem durch die Schlacht von Issos im Jahre 333 v. Chr., bei der ein makedonisches Heer unter Alexander dem Großen über das weit überlegene persische Heer von Darius III. siegte.

Eindrucksvolle Funde auch an anderen Ausgrabungsstätten

Das Landratsamt und das Ministerium für Kultur und Tourismus unterstützten gemeinsame das Projekt mit der Regierung, die bis dato 50 000 türkische Lira dafür zur Verfügung stellte.

Im Zuge weiterer Ausgrabungsarbeiten waren Archäologen an der antiken Stadt Komana in der Nordprovinz Tokat tätig und entdeckten dabei Gräber, die in das 11. Jahrhundert datiert werden können. Die drei gefundenen Gräber sollen laut Emine Sökmen vom Archäologie-Institut der Hitit Universität zufolge einer Familie gehören. Es wurden ein Mann, eine Frau und ein Kind gefunden.

Im letzten Jahr wurde bereits eine 2000 Jahre alte Büste eines Königs während der Ausgrabungen innerhalb der antiken Stadt Stratonikeia entdeckt. Die Büste, die eineinhalb Meter groß und fast zwei Meter breit ist, zeigt Stierköpfe und die Figur einer Göttin. Insgesamt wurden auf dem Gelände von Stratonikeia 2012 nicht weniger als 725 Artefakte gefunden.