Davutoğlu
Davutoğlu

Die Spannungen mit Russland sowie die Terroranschläge haben dem türkischen Tourismus zugesetzt. Nun versucht die Regierung dagegen zu steuern. Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu gab am Montag ein Maßnahmenpaket bekannt.

In der Pressekonferenz, bei der das Paket vorgestellt wurde, betonte Davutoğlu, dass der Tourismus bei internationalen Beziehungen nicht als Druckmittel benutzt werden sollte – eine Spitze in Richtung Moskau. Davutoğlu gab sich aber trotz der Krise in der türkischen Tourismusindustrie optimistisch. „Unser Ziel ist es, im Tourismus weltweit zu den ersten drei Ländern zu gehören. Unter unseren Zielen für das Jahr 2023 nimmt der Tourismus einen bedeutenden Platz ein“, meinte der türkische Premier.

Das Paket enthält Maßnahmen, mit denen der Tourismus gefördert und dem Sektor unter die Arme gegriffen werden soll. Dazu gehören unter anderem Vergünstigungen und finanzielle Anreize für Reiseunternehmen, die Touristen in die Türkei bringen. So sollen Reiseunternehmen der Gruppe A pro Flug 6.000 Euro Zuschuss bekommen. Die Länderbegrenzung entfällt. Andererseits sollen Unternehmen im türkischen Tourismussektor, die wegen der Krise in einen Engpass geraten, Erleichterungen bei Schuldzahlungen zuwinken.

Viele Türkei-Urlauber weichen auf Spanien oder Tunesien aus

Ob die Maßnahmen den derzeitigen Trend umkehren können, bleibt jedoch fraglich. Denn während Davutoğlu die Maßnahmen vorstellte, gab der britische Reiseveranstalter Thomas Cook bekannt, dass fast ein Drittel der regelmäßigen Türkei-Urlauber dieses Jahr in Spanien oder Tunesien gebucht hätten, obwohl Spanien viel teurer ist. Auch TUI erklärte, das unter anderem Reiseveranstalter wie Thomson oder First Choice beherbergt, dass die Zahl der Türkei-Buchungen um 40 Prozent zurückgegangen sei. Auch hatten Kreuzfahrtanbieter zuletzt türkische Häfen aus ihrem Programm genommen. Als Grund wird auf die instabile Sicherheitslage verwiesen.

Was die weltweiten Touristenzahlen angeht, befand sich die Türkei im Jahr 2014 mit über 39 Millionen Touristen an sechster Stelle. Frankreich (83,7 Millionen), USA (74 Millionen) und Spanien (65 Millionen) teilten sich die ersten drei Plätze. China (55) und Italien (48) folgen, Deutschland befindet sich direkt hinter der Türkei auf dem siebten Rang.