Anfang der Woche überraschte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan mit einer Entourage im Präsidentenpalast, als er beim Empfang des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas 16 Soldaten präsentierte (zum Video), die auf der Treppe hinter den beiden Politikern ein Spalier bildeten.

In der Folge wurde viel über die Soldaten gesprochen. AKP- und Erdoğan-Anhänger drückten ihre Bewunderung aus, Regierungskritiker verspotteten den Präsidenten. Im Netz tauchten viele Fotomontagen auf, auf denen die Soldaten durch verschiedene Figuren unterschiedlichster Filme und Serien ersetzt worden waren. In den Medien fielen die Begriffe „Kostümschau“ oder „Zirkus“.

Doch kaum wurde behandelt, wofür sie eigentlich stehen. Denn die Soldaten erfüllen einen Sinn und Zweck.

Blick in die türkische Geschichte

Die Türken sind eine Ethnie, die ihren Ursprung im östlichen Zentralasien hat. Heute leben sie vor allem in der Türkei und in Europa. In ihrer Wanderung gen Westen eroberten sie viele Gebiete und gründeten insgesamt 16 Staaten. Das mächtigste unter ihnen war das Osmanische Reich, das über 600 Jahre ein Gebiet kontrollierte, das sich zeitweise auf drei Kontinente erstreckte.

Wie der Website des türkischen Präsidialamtes zu entnehmen ist, stehen die am Montag erstmals der Öffentlichkeit präsentierten Soldaten genau für diese 16 Staaten.

Hier die Liste der türkischen Staaten, die im Laufe der Geschichte gegründet wurden:

Großhunnisches Reich (204 v.Chr. – 216 n.Chr.)

Westhunnisches Reich (48 n.Chr. – 216 n. Chr.)

Europäisches Hunnenreich (375-469)

Reich der Weißen Hunnen (auch Hephthaliten) (420-552)

Reich der Gök-Türken (552-745)

Reich der Awaren (565-835)

Reich der Chasaren (651-983)

Uigurisches Reich (745-1368)

Reich der Karachaniden (940-1040)

Reich der Ghaznawiden (962-1183)

Großseldschukisches Reich (1040-1157)

Reich der Choresm-Schahs (1097-1231)

Goldene Horde (1236-1502)

Timuridisches Reich (1368-1501)

Mogulreich (1526-1858)

Osmanisches Reich (1299-1922)*

*Angaben entnommen von der Website des türkischen Präsidialamtes