Bergarbeiter aus Soma marschieren wegen ausstehender Lohnzahlungen nach Ankara.

Dutzende Arbeiter in der Bergarbeiterstadt Soma haben am Dienstag mit einem Marsch auf die türkische Hauptstadt Ankara begonnen, um dort gegen noch nicht bezahlte Gehälter zu protestieren.

Die Arbeiter sind in der Eynez-Mine beschäftigt, die im Mai des Jahres zu trauriger Berühmtheit gelangte, als dort 301 Menschen nach einem Stollenbrand gestorben waren. Sie protestieren dagegen, dass die Behörden ihrem nach dem Unglück gegebenen Versprechen nicht nachgekommen waren, deren Gehälter zu bezahlen.

Das Bergwerkunglück, welches das schwerste in der Geschichte der Türkei war, veranlasste Offizielle in Ankara dazu, auch andere Zechen des gleichen Eigentümers zu schließen, solange die erforderlichen Untersuchungen andauerten. Energieminister Taner Yıldız und weitere Offizielle hatten jedoch auch angedeutet, die Minen könnten bereits vor Ende des Jahres wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Arbeiter aus den Minen Eynez und Atabacı, die beide von der Soma Coal Mining Company betrieben werden, protestieren bereits seit zwei Tagen gegen noch nicht beglichene Lohnforderungen und verlangen von der Regierung die Wiedereröffnung der Minen.

Der Marsch auf Ankara orientiert sich an dem historischen Zug von 250 Kumpeln aus der Bergarbeiterstadt Zonguldak im Jahre 1990, als diese sich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht hatten, um sich mit Offiziellen zu treffen und über eine mögliche Lösung zu sprechen.

Minen in Soma sollten umfassend untersucht werden

Gewerkschaftsvertreter monieren, dass einige der Arbeiter der Soma Coal Mining Company ihre Löhne seit dem Unglück nicht mehr ausbezahlt bekommen hätten, obwohl sowohl seitens der Betreibergesellschaft als auch seitens der Regierung Garantien abgegeben worden waren, dass diese bezahlt würden, auch während die Mine geschlossen sei.

„Wir wollen unsere Arbeit, wir wollen unser Brot. Wenn das Unternehmen noch nicht in der Lage ist, wieder die Arbeit aufzunehmen, dann soll der Staat dies tun“, fordert Cafer Bülbül von der Gewerkschaft Maden-İş.

Die Regierung hatte nach dem öffentlichen Aufschrei über schlechte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen deren umfassende Examinierung und anschließende tiefgreifende Änderungen angekündigt.