27.09.2019, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Agnes Krippendorf, Textilrestauratorin beim Badischen Landesmuseum, reinigt nach der Montage ein osmanisches Zweimastzelt aus dem 17. Jahrhundert. Dies ist Teil der Ausstellung "Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700" die vom 19.10.2019 bis zum 19.04.2020 vom Badischen Landesmuseum gezeigt wird. Das Zelt ist nach Museumsangaben das prächtigste und größte Exponat der Schau. Es ist als "Blaues Zelt" bezeichnet und ist eine Leihgabe aus dem Bestand der Königsburg auf dem Wawel in Krakau. Foto: Uli Deck/dpa

Die Deutschen und die Türken verbindet eine historische Freundschaft, die in der Geschichte durch Höhen und Tiefen ging. Unvergessen in Deutschland und vor allem Österreich ist die Belagerung Wiens durch die Osmanen. Das war die letzte Station der Osmanen in ihrem Eroberungsfeldzug durch halb Europa. Darum gibt es heute noch den Scherz, die Türken wären beinahe Nachbarn der Bayern geworden. Beliebt unter Deutsch-Türken in entspannter Runde bei einem Glas Schwarztee am Abend.

Artefakte geben einen Hinweis über das Leben von damals

Von den Belagerungen der Osmanen sind zahlreiche Artefakte auf europäischem Territorium zurückgeblieben. Sie geben uns Hinweise auf das Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit und die Gewohnheiten der Menschen. Denn sie erzählen uns, wie sie sich angezogen haben, wie sie sich bewegt haben. Außerdem verraten sie uns, wie sich die Menschen ausgedrückt und wie sie gewohnt haben. Ein osmanisches Zweimastzelt in Karlsruhe gibt demnächst Aufschlüsse darüber, wie die osmanischen Eliten während der Belagerungen residiert haben könnten.

Osmanisches Zelt im Schloss Karlsruhe

Das Badische Landesmuseum hat in Kürze einen neuen Blickfang in der Ausstellung. Denn ein prächtiges osmanisches Zweimastzelt wurde neu restauriert und freigegeben. Es wird im Rahmen der Sonderausstellung „Kaiser und Sultan – Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700“ zu sehen. Das Zelt ist nach Museumsangaben das prächtigste und größte Exponat der Schau. Es wird als „Blaues Zelt“ bezeichnet, ist eine Leihgabe aus dem Bestand der Königsburg auf dem Wawel in Krakau und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zum Kernbestand des Museums zählt die weltbekannte Karlsruher Türkenbeute – eine Trophäensammlung der badischen Markgrafen aus den sogenannten Türkenkriegen des 17. Jahrhunderts.

Auch in Dresden sind Hinterlassenschaften der Osmanen zu finden

Die Karlsruher Türkenbeute gehört neben der Türckischen Cammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu den größten Beständen osmanischer Artefakte in Deutschland. Neben dem osmanischen Zweimastzelt können Interessierte in Karlsruhe Highlights wie das Kettenhemd des Großwesirs Kara Mustafa Pascha bestaunen. Der Pascha führte die Osmanen bei der zweiten Belagerung Wiens an. Weitere Schwerter, Waffen und Bestandteile von Rüstungen gehören selbstverständlich auch zum weitreichenden Bestand in Karlsruhe.

Die Ausstellung „Kaiser und Sultan – Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700“ kann vom 19. Oktober 2019 bis zum 19. April 2020 besucht werden. Weitere Infos unter https://www.landesmuseum.de/kaiser-und-sultan.