In mehreren deutschen Städten wollen am Sonntag Türken und Kurden zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen auf die Straße gehen. Vielfach tritt dabei die Gruppe „AYTK“ („Avrupa Yeni Türkler Komitesi, „Komitee der Neuen Türken Europas“) als Organisator von „Friedensmärschen für die Türkei“ auf.

Ein Bündnis sieben anderer Migrantenorganisationen, darunter Kurden, Armenier, Jesiden, Aramäer und Aleviten, wirft ihr vor, nationalistisch zu sein und der türkischen Regierungspartei AKP nahezustehen. Unter dem Deckmantel der Verurteilung des Terrorismus solle Propaganda für die Politik der Regierungspartei AKP gemacht werden. Laut dem PKK-nahen Verein NAV-DEM („Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland“) stehe DİTİB hinter den Demonstrationen. Man rufe dazu auf, sich den Demos entgegenzustellen. AYTK streitet diese Verbindungen ab und bezeichnet sich selbst als „unabhängige Patrioten“.

Die Sicherheitsbehörden schlossen Ausschreitungen bei den Kundgebungen nicht aus. Am Ostersonntag war es bereits in Aschaffenburg zu Krawallen gekommen. Kurden hatten eine Demonstration von überwiegend nationalistischen Türken mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. 36 Menschen wurden Ende März festgenommen.

In Köln hat „AYTK“ nach Polizeiangaben für Sonntag einen Demonstrationszug mit 5000 Teilnehmern angemeldet. Die Organisation bezeichne sich selbst als von Parteien und Vereinen unabhängig. In Frankfurt, Hannover, Nürnberg und Stuttgart sind jeweils bis zu 2000 Teilnehmer angekündigt. In München werden nach Angaben des Ordnungsamtes bis zu 1500 erwartet, in Hamburg nach Polizeiangaben 1000. Auf der anderen Seite sind mehrere kleinere Gegenveranstaltungen angemeldet.

In Köln rechnet ein kurdischer Verein laut Polizei mit rund 500 Teilnehmern bei einer Gegenveranstaltung unter dem Motto „Türkischer Staatsterror gegen die kurdische Bevölkerung“. Die Behörde rief eindringlich dazu auf, friedlich zu bleiben. Gegen Straftäter – egal welcher religiöser oder politischer Überzeugung – werde man entschlossen vorgehen, vor allem bei gewalttätigen Ausschreitungen. (dpa/ dtj)